In Europa wird ein Salmonellenausbruch untersucht: Sämlinge gehören weiterhin zu den risikoreichsten Lebensmittelgruppen
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) haben letzte Woche einen in vielen europäischen Ländern festgestellten Salmonellenausbruch bekannt gegeben, der mit Luzerne-Sämlingen in Verbindung gebracht wird. Von Anfang dieses Jahres bis Ende Mai wurden 109 bestätigte Erkrankungsfälle in 11 europäischen Ländern registriert. 18 Menschen mussten wegen der Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Unter den registrierten Fällen wurde in Finnland ein Todesfall gemeldet, und die Behörden des Landes weisen zudem auf einen weiteren Todesfall hin, der vermutlich mit dem Ausbruch in Zusammenhang steht.
Den Untersuchungsergebnissen zufolge sind Luzerne-Sämlinge, die aus kontaminiertem Saatgut gezogen wurden, die Hauptinfektionsquelle. Rückverfolgungsuntersuchungen zeigen, dass die mit dem Ausbruch in Verbindung stehenden Samen nach Europa importiert und anschließend in großem Umfang an verschiedene Sämlingzuchtbetriebe verteilt wurden.
Die Staatliche Lebensmittel- und Veterinärbehörde (VMVT) weist darauf hin, dass Sprossen zu den empfindlichsten Lebensmittelgruppen gehören. Obwohl sie als Produkt einer gesunden Ernährung gelten, ist ihre Produktion mit einem erhöhten mikrobiologischen Risiko verbunden. Sämlinge werden in einer warmen und feuchten Umgebung angebaut. Solche Bedingungen sind nicht nur ideal für das Keimen der Samen, sondern auch für die Vermehrung von Bakterien. Selbst eine geringe Kontamination der Samen, der Produktionsanlagen, der Oberflächen oder des verwendeten Wassers kann zu einer raschen Ausbreitung gefährlicher Mikroorganismen in der gesamten Produktion führen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Lebensmitteln werden Sämlinge meist ohne thermische Behandlung verzehrt, sodass Verbraucher mögliche pathogene Mikroorganismen vor dem Verzehr nicht durch Erhitzen abtöten können. Aus diesem Grund kommt den Präventionsmaßnahmen in der Produktionsphase – von der Kontrolle der Herkunft des Saatguts über die Hygiene der Mitarbeiter und die Sauberkeit der Räumlichkeiten bis hin zur ständigen Selbstkontrolle – besondere Bedeutung zu.
Die Erfahrungen der letzten Jahre in Europa zeigen, dass Sämlinge wiederholt mit internationalen Salmonellenausbrüchen in Verbindung gebracht wurden. Allein in den Jahren 2023–2025 wurden in Europa mehr als 500 Salmonellose-Erkrankungen registriert, die mit Sämlingen in Verbindung standen.
„Die Saatgutproduktion ist kein einfacher Prozess im Pflanzenbau. Es handelt sich um einen der Bereiche der Lebensmittelproduktion, in denen selbst geringfügige Hygienemängel schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Verbraucher haben können. Daher ist es in diesem Sektor besonders wichtig, die strikte Einhaltung der Hygieneanforderungen und eine kontinuierliche Risikokontrolle sicherzustellen“, betont Laura Ivanauskienė, Leiterin der Lebensmittelabteilung der VMVT.
Was müssen Verbraucher wissen?
Um mögliche Risiken im Zusammenhang mit der Lebensmittelsicherheit zu verringern, wird den Verbrauchern empfohlen, Sprossen nur von zugelassenen Erzeugern oder Verkaufsstellen zu beziehen. Sie sollten unter den vom Hersteller angegebenen Bedingungen gelagert und vor Ablauf des Verbrauchsdatums verzehrt werden. Bei der Zubereitung von Speisen ist es wichtig, auf angemessene Küchenhygiene zu achten – die Hände gründlich waschen, saubere Utensilien verwenden und Kreuzkontaminationen vermeiden. Außerdem wird empfohlen, die Sprossen vor dem Verzehr gründlich zu waschen.