Ein Dämpfer auf dem Markt für gebrauchte Landmaschinen: Landwirte bremsen ihre Käufe, doch dafür gibt es eine Erklärung

Asociatyvi nuotr.

Der Markt für gebrauchte Traktoren in Polen ist ins Jahr 2026 deutlich schwächer gestartet als vor einem Jahr. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden im Land 8.832 gebrauchte Traktoren zugelassen – das sind 12,5 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025. Der Marktrückgang zeigt, dass Landwirte bei Investitionen in Maschinen weiterhin zurückhaltend sind, während hohe Finanzierungskosten und ein unsicheres wirtschaftliches Umfeld einen direkten Einfluss auf Entscheidungen zur Erneuerung des Maschinenparks haben.

 „John Deere“-Traktoren machen den größten Anteil der Zulassungen von Gebrauchtmaschinen aus. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 wurden in Polen 1.670 gebrauchte „John Deere“-Traktoren zugelassen, ihr Marktanteil lag bei 16,5 Prozent. Besonders stark ist die Position dieser Marke im Segment der 11–20 Jahre alten Maschinen, in dem ihr Anteil über 22 Prozent liegt.

Eine Analyse der Altersstruktur der gebrauchten Traktoren zeigt, dass der Markt nach wie vor von älteren Maschinen geprägt ist. Die meisten Zulassungen entfallen auf Traktoren, die älter als 20 Jahre sind, doch einen nicht unerheblichen Anteil machen auch Maschinen im Alter von 11–20 Jahren aus.

Jüngere Traktoren im Alter von 3–10 Jahren machen einen deutlich geringeren Marktanteil aus, doch gerade in diesem Segment ist ein stärkerer Wettbewerb zwischen „Fendt“, „Claas“ und „Case IH“ zu beobachten. So hält „Fendt“ beispielsweise in der Kategorie der 6–10 Jahre alten Gebrauchttraktoren mehr als ein Fünftel des Marktanteils.

Wichtig ist auch, dass das Angebot an Gebrauchtmaschinen in Polen nach wie vor stark von Importen abhängig ist. Der Großteil der zugelassenen gebrauchten Traktoren stammt aus ausländischen Märkten, während Maschinen aus heimischer Produktion einen vergleichsweise geringen Anteil ausmachen. Dies zeigt, dass die Ströme gebrauchter Maschinen aus den westeuropäischen Ländern weiterhin einer der wichtigsten Faktoren sind, die das Marktangebot und die Preisentwicklung bestimmen.

Das Segment der Neutraktoren zeigt hingegen eine ganz andere Entwicklung. Im Jahr 2025 stiegen die Zulassungen von Neutraktoren in Polen im zweistelligen Bereich, wobei das jährliche Wachstum in einigen Zeiträumen sogar über 25 Prozent lag. Dies lässt vermuten, dass sich ein Teil der Landwirte unter Nutzung von Förderprogrammen und besseren Finanzierungsmöglichkeiten für neue statt für gebrauchte Maschinen entscheidet. Dieser Trend könnte einer der Gründe sein, warum der Markt für gebrauchte Maschinen in den letzten Monaten einen Teil seiner Käufer verloren hat.

Nach Einschätzung von Marktexperten bleibt das Segment der gebrauchten Traktoren für mittelgroße und kleinere Betriebe, für die die Preise für neue Maschinen oft kaum erschwinglich sind, weiterhin von großer Bedeutung. Allerdings werden die Käufer immer anspruchsvoller – sie legen Wert auf bekannte Marken, eine klare Nutzungshistorie und wirtschaftlichere Modelle. Daher behalten Hersteller wie „John Deere“, „Fendt“, „Massey Ferguson“, „Claas“ und „Case IH“ behalten auch nach vielen Betriebsjahren einen hohen Restwert bei.

Sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnte das Jahr 2026 für den Markt für gebrauchte Landmaschinen das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Zahlen werden.

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