Das Gesetz zum Verbot unlauterer Praktiken hat die angestrebten Ziele auf dem Milchmarkt nicht erreicht
Der Ausschuss für ländliche Angelegenheiten des Seimas hat den Gesetzentwurf zum Verbot unlauterer Handelspraktiken im Milchsektor erörtert, dessen Verfasser darauf hinweisen, dass im litauischen Milchsektor nach wie vor ein deutliches Ungleichgewicht der Verhandlungsmacht besteht – die Mehrheit der Milcherzeuger sind Kleinbetriebe, die kaum kooperieren, während der Markt für die Milchverarbeitung weiterhin stark konzentriert ist.
Zudem wird anerkannt, dass das bisher geltende Gesetz zum Verbot unlauterer Praktiken in der Praxis die angestrebten Ziele nicht erreicht hat und seine Anwendung zu rechtlichen Unklarheiten geführt hat.
Der neue Gesetzentwurf sieht vor, die Grundsätze der Milchpreisbildung klarer zu regeln, die Milchankaufspreise, die Verfahren für die Anwendung von Zuschlägen, Prämien und Abzügen festzulegen, eine Liste verbotener unlauterer Praktiken zu verankern sowie die Markt- und Preistransparenz zu erhöhen.
Es ist vorgesehen, dass die Überwachung der Einhaltung des Gesetzes durch die Landwirtschaftsagentur und den Staatlichen Lebensmittel- und Veterinärdienst erfolgt. Bei festgestellten Verstößen würden strengere Sanktionen verhängt, deren Höhe vom Umsatz des Milchaufkäufers abhänge.
Es wird erwartet, dass die neue gesetzliche Regelung die Transparenz des Milchmarktes erhöht, die Zahl der Fälle unlauterer Handelspraktiken verringert und zu einer gerechteren Einkommensverteilung entlang der gesamten Milchversorgungskette beiträgt.
Bei der Beratung des Gesetzentwurfs legte auch ein Mitglied der Landwirtschaftskammer – der litauische Verband der landwirtschaftlichen Genossenschaften „Kooperacijos kelias“, der bereits am 8. Juni 2026 Anmerkungen und Vorschläge zur Verbesserung des Entwurfs vorgelegt hatte, und dabei die Notwendigkeit einer klaren, transparenten und ausgewogenen rechtlichen Regelung betonte, die die Verhandlungsposition der Milcherzeuger tatsächlich stärken und die Zusammenarbeit im Milchsektor fördern würde.