Die Pflanzenbaubehörde fordert eine Reduzierung der Pestizidverpackungen, doch die Landwirte sehen darin kein Problem
Der Staatliche Pflanzenschutzdienst (VAT) hat kürzlich die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln dazu aufgerufen, mehr kleinere Verpackungen auf den Markt zu bringen. Nach Angaben der Behörde würde dies den Landwirten helfen, ungenutzte Produktreste zu vermeiden, die unter Einhaltung strenger Auflagen gelagert werden müssen. Vertreter der Landwirteverbände selbst sehen dieses Problem jedoch eher gelassen, und die Hersteller betonen, dass sie bereits jetzt Verpackungen in verschiedenen Größen anbieten und bereit sind, auf die Nachfrage zu reagieren.
Das Problem betrifft nicht alle
Gedas Špakauskas, Vorsitzender des litauischen Bauernverbands (LŪS), sagt, dass die Auswahl kleinerer Verpackungen in manchen Fällen von Vorteil wäre, spielt das Ausmaß des Problems jedoch herunter.
Seiner Meinung nach werden einige Produkte, wie beispielsweise Glyphosat, tatsächlich oft in größeren Verpackungen geliefert, weshalb eine zusätzliche Auswahl den Landwirten nicht schaden würde. Allerdings werden teurere Fungizide oder Insektizide, die in geringeren Dosierungen eingesetzt werden, bereits jetzt meist in vergleichsweise kleinen Verpackungen verkauft.
„Wenn es eine Auswahl an kleineren Verpackungen gäbe – wäre das nicht weiter schlimm. Aber man muss sich deswegen wirklich nicht den Kopf zerbrechen“, sagte G. Špakauskas.
Seinen Angaben zufolge haben die Mitglieder der LŪS einen solchen Bedarf nicht aktiv geäußert, und das Problem sei möglicherweise eher für kleinere Betriebe relevant.
Auf die Frage nach der Kontrolle von Rückständen von Pflanzenschutzmitteln erklärte G. Špakauskas, dass das System nicht kompliziert sei – wichtig sei es, die Produkte ordnungsgemäß zu lagern und Buch darüber zu führen.
Getreidebauern: In manchen Fällen ist das Problem sogar genau umgekehrt
Noch skeptischer beurteilt Audrius Vanagas, Vorsitzender des litauischen Getreidebauernverbands, die VAT-Initiative.
„Ein seltsamer Vorschlag, denn Pflanzenschutzmittel gibt es ohnehin schon in verschiedenen Verpackungsgrößen – von 1 Liter bis 20 Liter. Aus Sicht des Getreideanbaus sind die Verpackungen optimal“, – erklärte er.
Laut A. Vanagas sehen sich professionelle Pflanzenbaubetriebe oft sogar mit der gegenteiligen Situation konfrontiert – bei manchen Produkten sind die Verpackungen zu klein. Seiner Meinung nach könnte der Bedarf an kleineren Verpackungen für Garten- oder Beerenbaubetriebe relevanter sein, in denen geringere Mengen an Präparaten verwendet werden.
Dennoch räumt der Verbandsvorsitzende ein, dass eine größere Auswahl für den Käufer immer von Vorteil ist, da sie dabei helfen kann, Einkäufe genauer zu planen und Restbestände zu reduzieren. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Kontrolle der Restbestände streng ist und bei den Kontrollen sowohl die Produktbuchführung als auch die Lagerbedingungen überprüft werden.
Hersteller: Die Verpackungsgrößen richten sich nicht allein nach den Bedürfnissen der Landwirte
Die Hersteller, die die Fragen von „Agrobite.lt“ beantwortet haben, geben an, dass die Verpackungsgrößen in erster Linie von den Marktbedürfnissen, den Zulassungsanforderungen und den Umweltschutzzielen abhängen.
Saulius Nainys, Vertriebsleiter bei BASF Litauen, erklärt, dass das Unternehmen den Bedarf an kleineren Verpackungen kontinuierlich bewertet und darauf reagiert. Die Händler könnten auch deutlich kleinere Verpackungen anbieten.
Seinen Angaben zufolge spielen bei größeren Verpackungen auch wirtschaftliche und ökologische Aspekte eine Rolle. Die EU-Politik fördert die Reduzierung von Verpackungsabfällen, weshalb die Einführung besonders kleiner Verpackungen nicht immer mit den allgemeinen Umweltschutzzielen vereinbar ist.
Eine ähnliche Position vertritt auch „Bayer Crop Science Lietuva“. Povilas Viganauskas, Vertriebsleiter des Unternehmens für die baltischen Staaten, erklärt, dass der Bedarf an kleineren Verpackungen ernst genommen werde, dem Markt jedoch nur jene Verpackungen geliefert werden könnten, die in der Produktzulassung vorgesehen seien.
Seinen Angaben zufolge wird die Verpackungsgröße von einer ganzen Reihe von Faktoren bestimmt – von der Herstellung und Logistik bis hin zu den Selbstkosten des Produkts und der Nachfrage. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass eine falsch gewählte Verpackungsgröße zusätzliche Lager- und Verwaltungskosten für die Landwirte bedeuten kann, weshalb das Unternehmen verspricht, auf einen begründeten Bedarf zu reagieren.