K. Mažeika: Der neue Landwirtschaftsminister muss nicht nur reden, sondern auch alle Institutionen auf eine Linie bringen
Der als möglicher Kandidat für das Amt des Landwirtschaftsministers gehandelte Seimas-Abgeordnete Kęstutis Mažeika vermeidet es bislang, über konkrete politische Entscheidungen zu sprechen, und erklärt, er warte ab, bis „alle Punkte auf dem i gesetzt sind“. Auf die Frage nach den wichtigsten Herausforderungen für den künftigen Minister hob er jedoch den bevorstehenden neuen Förderzeitraum der Europäischen Union, den Abbau von Bürokratie sowie die Notwendigkeit eines verstärkten Dialogs mit den Landwirten hervor.
Die größte Herausforderung – sinkende Fördermittel
Laut K. Mažeika wird der neue Minister nicht nur die bereits begonnenen Arbeiten fortsetzen müssen, sondern sich auch auf eine schwierige Phase im Zusammenhang mit den künftigen EU-Finanzierungsaussichten vorbereiten müssen: „Die größten Herausforderungen sind die bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft und der kommende neue Finanzierungszeitraum, in dem eine Kürzung des Agrarhaushalts um etwa 20 Prozent vorgesehen ist. Die geplanten Maßnahmen stellen sowohl für uns als auch für unsere Landwirte eine große Herausforderung dar.“
Der Politiker betonte zudem, dass die Umsetzung der im Regierungsprogramm vorgesehenen Verpflichtungen sowie der Abbau von Bürokratie in der Landwirtschaft weiterhin Priorität haben müssen.
„Eine weitere Priorität ist der Abbau der Bürokratie in der Landwirtschaft, über den bereits alle vier meiner Vorgänger in den letzten drei Jahren gesprochen haben. Vieles konnte bereits umgesetzt werden, aber es gibt noch eine ganze Reihe von Problemen, die gelöst werden müssen“– betonte der Abgeordnete.
Seiner Aussage zufolge kommt nicht nur dem Minister, sondern allen staatlichen Institutionen eine wichtige Rolle zu: „Die Zusammenarbeit aller Institutionen ist sehr wichtig; es reicht nicht aus, wenn der eine oder andere Minister nur darüber redet – so erledigt sich die Arbeit nicht von selbst. Es bedarf der Unterstützung aller.“
Deshalb, so K. Mažeika, müssen sowohl der Ministerpräsident als auch der Präsident über kompetente Berater in Agrarfragen verfügen, damit Entscheidungen wie das Milchgesetz, das „seit mehr als 10 Jahren die Hoffnung der Milchbauern ist“, endlich verabschiedet werden.
Ein Minister allein reicht nicht aus
Bei der Bewertung der Kommunikation des Landwirtschaftsministeriums mit der Landwirtegemeinschaft betonte der Gesprächspartner nicht nur die Bedeutung des Ministers, sondern auch die des gesamten politischen Teams. Ihm zufolge arbeiten im Ministerium viele kompetente Fachleute, doch auf politischer Ebene gibt es Kritik.
„Was die Staatssekretäre und Berater betrifft – da gibt es durchaus Kritik. Und zwar nicht nur von mir allein, sondern auch vom Ausschuss für ländliche Angelegenheiten und allgemein von den Bauernverbänden. Ein Minister allein kann nicht alle Aufgaben bewältigen, es muss ein starkes Team geben“ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “ “  
Laut K. Mažeika ist es wichtig, dass das politische Team des Ministeriums aus Fachleuten ihres jeweiligen Bereichs besteht, die nicht nur in der Lage sind, ihre Ämter auszuüben, sondern auch Ergebnisse zu erzielen.
„Ich würde mir wünschen, dass die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern des Ministeriums und dem politischen Team professioneller wäre und nicht aus isolierten Äußerungen zu einzelnen Themen besteht, die oft nicht zusammenpassen und keine Entscheidungsfindung ermöglichen“, – sagte der Politiker.
Der Minister muss auf der Seite der Landwirte stehen
Auf die Frage, welches Signal der neue Minister den Landwirten senden sollte, betonte K. Mažeika vor allem die Bedeutung von Offenheit und Dialog: „Das Wichtigste ist, auf der Seite der Landwirte zu stehen und offen zu sein, denn die Landwirte stoßen in der Praxis auf die Probleme, die gelöst werden müssen, und bringen diese zur Sprache.“
Seiner Meinung nach ist es wichtig, sicherzustellen, dass die von den Landwirten aufgeworfenen Fragen so schnell wie möglich die Leitung des Ministeriums erreichen und konkrete Entscheidungen getroffen werden.
„Wenn ein solcher Dialog stattfindet, kommen vielleicht einige Vorhaben in Gang und diese Erwartungen werden besser als bisher erfüllt“, schloss K. Mažeika.