Während Europa den Landwirten mit Subventionen unter die Arme greift, bietet Litauen seinen Landwirten nur Kredite an
Einige EU-Länder haben sich bereits beeilt, die steigenden Kosten für die Landwirte aufzufangen; Spanien und Frankreich haben Unterstützungsprogramme aufgelegt oder weiten sie aus, um die gestiegenen Düngemittel- und Kraftstoffkosten auszugleichen.
Die Europäische Kommission hat ein Hilfspaket in Höhe von 554 Millionen Euro für Spanien genehmigt. Von diesem Paket sind 54 Millionen Euro für Ausgleichszahlungen für Treibstoff vorgesehen. Die Landwirte erhalten 0,20 € pro Liter Diesel, der für die Landwirtschaft gekauft wird. In diesem Fall wird der zwischen dem 22. März und dem 30. Juni gekaufte Kraftstoff erstattet.
In der Zwischenzeit werden 500 Millionen Euro für die Entschädigung der spanischen Landwirte für Düngemittel bereitgestellt.
Im Rahmen dieser Regelung werden Direktzahlungen je angemeldeter Fläche gezahlt: 22 €/ha für nicht bewässerte Kulturen und 55 €/ha für bewässerte Flächen. Die Erstattungshöchstgrenze liegt bei 300 ha pro Betrieb, um sicherzustellen, dass der Großteil der Mittel die aktiv produzierenden Betriebe erreicht.
Für Frankreich hat die Europäische Kommission eine gesonderte Beihilferegelung genehmigt, um den Anstieg des Dieselpreises für die landwirtschaftliche Erzeugung (BNE) auszugleichen. Im Rahmen dieser Regelung werden den Landwirten bis zu 70 % der zusätzlichen Kraftstoffkosten erstattet.
Das Beihilfepaket hat einen Wert von rund 15 Millionen Euro. Neben der Kraftstofferstattung kommen die französischen Landwirte in den Genuss einer ermäßigten Besteuerung von Agrardiesel und anderer Steuervorteile.
Diese Beihilfen fallen unter den neuen Krisenmechanismus der EU, METSAF, der von der Europäischen Kommission als Reaktion auf den Anstieg der Energie- und Düngemittelpreise infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten aktiviert wurde.
Der Mechanismus ermöglicht es den Mitgliedstaaten, bis Ende 2026 vereinfachte staatliche Beihilferegelungen für die Landwirtschaft und die Fischerei anzuwenden.
In Litauen wurde bisher keine direkte Ausgleichsregelung für Kraftstoffe oder Düngemittel angekündigt, abgesehen von dem kürzlich von Landwirtschaftsminister Andrius Palionis gegebenen grünen Licht für zinsgünstige Darlehen, die zurückgezahlt werden müssen. Dabei handelt es sich nicht um direkte und nicht rückzahlbare Finanzhilfen.