Kein Durchbruch auf dem Milchmarkt: Der Druck auf die Ab-Hof-Preise hält an
Der weltweite Milchmarkt steht unter zunehmendem Druck der Milcherzeuger. Die Daten der letzten Börsensitzung des Milchhandelsforums "Global Dairy Trade" (GDT) signalisieren den Milcherzeugern, dass bessere Milchpreise noch auf sich warten lassen werden.
In der Handelssitzung am 2. Juni fiel der GDT-Index um 0,6 % auf 1.214 Punkte.
Dies ist zwar kein kritisches Signal für den Gesamtmarkt, zeigt aber, dass der Durchbruch am Milchmarkt noch aussteht und der Druck auf die Rohmilchbeschaffungspreise anhalten dürfte.
Der GDT-Index hat in den letzten beiden Handelstagen leicht zugelegt (1,5 % bzw. 0,6 %), konnte aber die zuvor verzeichneten negativen Werte nicht ausgleichen, als der Index um 3,4 % (7. April) und 2,7 % (21. April) fiel.
Die negative Entwicklung des Index in der Sitzung vom 2. Juni deutet also noch nicht auf eine positive Entwicklung hin, zumindest nicht kurzfristig.
Die Ergebnisse der GDT-Plattform für Ozeanien werden Europa in etwa 1,5-2 Monaten erreichen. Der GDT ist kein direkter Preisprognostiker für Litauen, aber er spiegelt die allgemeine Stimmung auf dem globalen Milchmarkt wider.
In unserem Land kontrollieren einige große Verarbeiter den Großteil des Milchbeschaffungsmarktes, was den Anschein eines oligopolistischen Marktes erweckt. Die Macht der Verarbeiter sollte jedoch nicht überschätzt werden – die niedrigen Ab-Hof-Milchpreise sind auch auf die schwache Verhandlungsposition der landwirtschaftlichen Betriebe zurückzuführen.
Einige litauische Molkereigenossenschaften arbeiten hauptsächlich als Sammel- und Vermarktungsorganisationen für Rohmilch. Dieses Modell ermöglicht eine stärkere Verhandlungsmacht, schafft aber nur begrenzte Möglichkeiten, einen zusätzlichen Mehrwert für die Mitglieder zu generieren, da die Genossenschaften nicht an den höheren Stufen der Wertschöpfungskette, wie der Milchverarbeitung und der Vermarktung der Endprodukte, beteiligt sind.
Der Weltmarkt ist nach wie vor ausreichend mit Milchprodukten versorgt, so dass es derzeit keine Faktoren gibt, die die Preise signifikant nach oben treiben könnten.
Da der litauische Milchsektor exportorientiert ist, wird die Entwicklung der Ab-Hof-Milchpreise langfristig in erster Linie von den Weltmarktpreisen für Milchprodukte bestimmt, während die Marktstruktur eher davon beeinflusst wird, wie die Wertschöpfung auf die Akteure in der Kette verteilt ist.
