Bären kehren in die litauischen Wälder zurück: Sind sie schon da oder wandern sie nur herum?
Vor nicht allzu langer Zeit klang die Begegnung mit einem Braunbären in einem litauischen Wald wie eine Seltenheit oder gar eine Sensation. Heute erreichen solche Geschichten zunehmend Förster und Naturforscher – Spuren im Sand, Überwachungsaufnahmen oder sogar Begegnungen mit ihnen auf Waldwegen zeigen, dass diese Tiere in unserem Land ein Comeback feiern.
Spezialisten des staatlichen Forstbetriebs (SFE) stellen fest, dass in verschiedenen Regionen Litauens zunehmend Braunbären gesichtet werden. Das wirft die Frage auf, ob sich Bären bereits dauerhaft in Litauen niedergelassen haben?
Versuchen, sich zu etablieren
Mindestens zwei überwinternde Braunbären wurden in diesem Jahr in Aukštaitija registriert, was zeigt, dass sie das Gebiet nicht zufällig wählen.
„Wir können jetzt sagen, dass Bären teilweise unsere Spezies sind,– sagt S. Paltanavičius.
Nach Ansicht des Naturforschers wird man jedoch erst dann definitiv von einer Rückkehr der Bären sprechen können, wenn in Litauen Jungtiere nachgewiesen werden.
Junge Wanderer suchen ein neues Zuhause
Bären, die in Litauen gesichtet werden, sind meist Jungtiere, die aus ihren Revieren vertrieben wurden. Sie kommen aus benachbarten Regionen wie Lettland und Weißrussland, aber auch aus Estland, wo die Bärenpopulation viel größer ist.
Diese Jungtiere können bis zu 20–30 Kilometer am Tag zurücklegen, so dass nationale Grenzen für sie kein Hindernis darstellen.
Ein Comeback, das ohne menschliche Hilfe geschieht
Obwohl das Auftauchen der Bären einige Anwohner beunruhigt, raten Experten dazu, die Situation als natürlichen Prozess zu betrachten.
„Bären kommen nicht nach Litauen – sie gehen nach Hause. Dies ist eine Art Wiederherstellung historischer Ungerechtigkeit“, – betont S. Paltanavičius.
Ihm zufolge waren diese Tiere vor mehr als einem Jahrhundert in Litauen verbreitet, verschwanden dann aber aufgrund menschlicher Aktivitäten. Jetzt kehren sie auf natürliche Weise zurück, ohne menschliches Zutun.
Waldbewirtschafter „Manager“, nicht nur ein Raubtier
„Der Braunbär &ndquo;ist unser größtes Raubtier, mit einer sehr breit gefächerten Ernährung, die von Pflanzen bis zu Kleintieren oder totem Wild reicht“, &ndquo; sagt K. Alekna.
Bären tragen zum natürlichen Gleichgewicht des Waldes bei, indem sie Nahrung sammeln, die Populationen einiger Tiere regulieren und sich aufgrund ihres breiten Nahrungsspektrums leicht an ihre Umwelt anpassen können, betont er.
Begegnung mit einem Bären: Was man wissen sollte
Die Wahrscheinlichkeit, in Litauen einem Bären zu begegnen, ist gering, aber Experten erinnern daran, dass es wichtig ist, sich im Wald verantwortungsvoll zu verhalten. Menschen sollten nicht in Panik geraten oder wegrennen, wenn sie einen Bären sehen – plötzliche Bewegungen können dazu führen, dass das Tier gestresst wird oder sich verteidigt.
Es ist ratsam, ruhig zu bleiben, sich langsam zu entfernen und dem Tier nicht den Rücken zuzuwenden. Es ist auch wichtig, dass der Bär den Menschen hört – wenn man sich im Wald bewegt, ist es ratsam, zu sprechen oder andere Geräusche zu machen, um das Tier im Voraus zu warnen und ihm den Rückzug zu ermöglichen.
>Wildtiere meiden Menschen im Allgemeinen und ziehen sich in den meisten Fällen zurück, wenn sie sie im Voraus hören.
Werden Bären zu einem alltäglichen Anblick?
Nach Ansicht von Naturschützern könnte die Zahl der Bären in Litauen in den kommenden Jahren zunehmen. Laut S. Paltanavičius könnte der Bär in zehn bis fünfzehn Jahren zu einer häufigen, wenn auch seltenen Art in unseren Wäldern werden.
Das bedeutet, dass diese Tiere früher oder später zu einem natürlichen Bestandteil der litauischen Natur werden, wie sie es einst waren.