Weltweiter Milchmarkt signalisiert Wachstum, in Litauen gehen die Preise leise zurück

GDT indekso pokyčiai dekadomis.

In der letzten Handelssitzung verzeichnete die Handelsplattform für Molkereiprodukte „Global Dairy Trade“ (GDT) das dritte Jahrzehnt in Folge ein Wachstum. Während der Handelssitzung am 6. Februar stieg der GDT-Index sogar um 6,7 Prozent auf 1.161 Punkte.

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Die Daten des GDT-Index zeigen, dass es seit fast 4 Jahren kein solch impulsives Wachstum mehr gegeben hat. Bemerkenswert ist, dass der GDT-Index zum dritten Mal in Folge einen Zuwachs verzeichnete. Am 6. Januar stieg der Index um 6,3 % und am 26. Januar um 1,5 %. Man kann also sagen, dass die Nachfrage nach Milcherzeugnissen auf dem Weltmarkt mehr oder weniger nachhaltig geworden ist.

In der letzten Handelssitzung verteuerten sich ausnahmslos alle Produkte. Die erstaunlichsten Zuwächse gab es bei Magermilch und Vollkornmehl, die den Markt stark beeinflussen (+10,6 % bzw. +5,3 %).

Butter verteuerte sich um 8,8 % und Buttermehl um 6,4 %. Preissteigerungen waren auch bei Käse zu verzeichnen. Cheddar-Käse stieg um 3,8 % und Mozzarella um 10,6 %.

Die Handelsplattform für Molkereiprodukte GDT gehört der neuseeländischen Genossenschaft „Fonterra“ und die in der Zone Ozeanien verzeichneten Trends werden Europa in etwa 1,5-2 Monaten erreichen.

Was sind die vorläufigen Schlussfolgerungen?

Interessanterweise hat sich die weltweite Rohmilchproduktion in den letzten 2 Jahren nicht wesentlich verändert. Nach Angaben der FAO wird die Produktion im Jahr 2024 auf 982 Millionen Tonnen geschätzt (+1,4 % mehr als 2023), während für 2025 ein Anstieg um 1 % (rund 992,7 Millionen Tonnen) prognostiziert wird.

Wirkt sich die positive Entwicklung im GDT-Handel, wo wir eine steigende Nachfrage nach Milchprodukten sehen, auch auf die Milchpreise ab Hof aus? Zumindest sollten die Milcherzeuger dies vernünftigerweise erwarten.

Doch die Situation in Litauen verschlechtert sich im Gegensatz zu anderen europäischen Märkten weiter. Nach revidierten Daten von Eurostat lag der durchschnittliche Ab-Hof-Milchpreis in Litauen im Dezember 2025 bei 43,19 Euro je 100 kg Rohstoff. Mit dieser Zahl liegt Litauen in diesem Monat an vorletzter Stelle in der Europäischen Union.

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In Polen lag der durchschnittliche Ab-Hof-Milchpreis im Dezember letzten Jahres bei 47,58 €, in Lettland bei 45,02 € und in Estland bei 49,82 €.

Ein Blick auf die Preisspanne der Nachbarn in der zweiten Jahreshälfte ist ebenfalls relevant. In Lettland beispielsweise schwanken die Milcheinkaufspreise seit Juli 2025 zwischen 45,02 € und 50,11 €. In Estland waren die Preise sogar noch stabiler und schwankten im Halbjahr zwischen 49,82 € und 50,82 € je 100 kg. In Polen bewegten sich die Preise in einer Spanne von 47,58 bis 53,36 €.

In Litauen war die Preisvolatilität höher als auf den benachbarten Märkten.

Litauische Preise bewegen sich nach unten

Seit Anfang 2026 sind die Milcheinkaufspreise noch weiter gesunken, vor allem für kleine und sogar mittelgroße Betriebe, wie Landwirte im sozialen Netzwerk „Facebook“ mitteilen. Obwohl einige Milcherzeuger behaupten, einen Preis von 10-15 Cent pro kg zu erhalten, sind solche Berichte in der Regel nicht dokumentiert.

Das Landwirtschaftsministerium als agrarpolitischer Entscheidungsträger muss offenbar ein Druckmittel finden, damit die Milchkäufer die Milcherzeuger fairer behandeln. Leider ist Minister Andrius Palionis bisher eher ein Beobachter und es gibt keine Lösungen, um die Situation der Milcherzeuger zu verbessern.

Der Minister spricht von einer möglichen Unterstützung der Milcherzeuger, die in Brüssel diskutiert wird, aber eine wirkliche Veränderung ist noch nicht in Sicht.  

Auch die Situation der Genossenschaft „Žalioji lanka“ verdeutlicht die verzerrte Marktsituation. Mitte Dezember wurde ihr Direktor, Nijolė Barkauskienė, darüber informiert, dass einer der größten Verarbeiter des Landes, „Rokiškio sūris“, ab Januar keine Milch mehr von der Genossenschaft kaufen würde und der Vertrag nur noch bis zum 14. Februar gültig sei.

In Litauen ist der Milchverarbeitungsmarkt stark in den Händen einiger weniger Großunternehmen konzentriert, und auch die Zusammenarbeit scheint nicht dazu beizutragen, die Verhandlungsposition der Landwirte zu stärken.

Kurz zuvor hatte sich keiner der Milchverarbeiter, obwohl sie kontaktiert wurden, gegenüber „Agrobitei“ zur Situation bezüglich der deutlichen Senkung der Rohmilchankaufspreise geäußert.

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