Mit der Rückkehr eines echten Winters hat in den Wäldern eine weiße Hungersnot begonnen

Valstybinių miškų urėdijos nuotr.

Nach mehreren Jahren relativ milder, schneearmer Winter in Litauen ist der Winter in diesem Jahr mit starkem Schneefall, kalten und schneereichen Nächten zurückgekehrt. Diese Bedingungen sind besonders schwierig für Wildtiere, die in Wäldern leben. In vielen Gebieten haben sich bereits Zustände des sogenannten "weißen Hungers" entwickelt.

Die starke Schneedecke erschwert die Nahrungssuche

Nach den heftigen Regenfällen und Schneestürmen der letzten Tage liegt in Litauen eine anhaltende und starke Schneedecke. In vielen Gebieten ist die Schneedecke viel höher als in den letzten Jahren üblich und erreicht mancherorts mehrere oder sogar mehrere zehn Zentimeter. In einigen Teilen des Landes haben Temperaturschwankungen zu einer harten Schneekruste geführt, die es für Wildtiere noch schwieriger macht, natürliche Nahrungsquellen unter dem Schnee zu erreichen.

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Die Förster beobachten die Situation und ergreifen Maßnahmen

Die Förster des Staatlichen Forstbetriebs (SFE), die in den Wäldern arbeiten und den Zustand der Tiere überwachen, beurteilen die Situation in den einzelnen Walddistrikten und ergreifen die notwendigen Maßnahmen, wenn Nahrungsknappheit eine echte Bedrohung darstellt.

„Im Winter können wir sehen, wo sich die Rehe konzentrieren und wo es am schwierigsten ist, Nahrung zu finden. An diesen Orten beurteilen wir die Situation und fällen einige Espenbäume und lassen sie im Wald stehen. Rinde, Zweige und Triebe von Espen sind eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Rehe, Damhirsche und Rothirsche in der schwierigsten Winterzeit. Das hilft den Tieren, Energie zu sparen, die sie im Winter dringend brauchen, und die leicht zugänglichen Äste sind auch für Hasen nützlich", sagt Sigitas Kvedaras, Leiter der Abteilung Naturschutz, Naturmanagement, Erholung und Jagd des Forstbetriebs VMU.

Was fressen die Tiere im Winter?

Nach Angaben von Förstern verbringen Rehe die meiste Zeit in Laubwäldern. In der warmen Jahreszeit ernähren sie sich von Gräsern, verschiedenen krautigen Pflanzen und Blättern, während ihre Nahrung im Winter aus Zweigen, Rinde, Beeren, Moosen und Flechten von Bäumen und Sträuchern besteht, die sie normalerweise unter dem Schnee ausgraben können. Bei tiefer und verfestigter Schneedecke werden diese natürlichen Nahrungsquellen jedoch schwer zugänglich.

Sanitäre, pädagogische oder routinemäßige Abholzungen in Laubwäldern stellen im Winter eine zusätzliche Nahrungsquelle dar. Die verbleibenden Äste bieten den Tieren natürliche Nahrung zu einer Zeit, in der andere Ressourcen unter Schnee verborgen sind.

Wichtig: Willkürliche Fütterung kann Schaden anrichten

Forstleute erinnern uns daran, dass das willkürliche Füttern von Wildtieren ohne Wissen oder Erlaubnis mehr Schaden als Nutzen anrichten kann. Falsches Futter kann Verdauungsstörungen und Krankheiten verursachen oder das natürliche Verhalten der Tiere verändern. Aus diesen Gründen ist das Füttern von Wildtieren nur von den zuständigen Behörden erlaubt, d.h. von Förstern und Jägern, die nach festgelegten Regeln arbeiten.

Der Staatsforstbetrieb betreibt eine umfassende Forstwirtschaft und kümmert sich nicht nur um die Wiederherstellung, den Schutz und die Pflege der Wälder, sondern auch um die dort lebenden Wildtiere. Der Winter ist eine der schwierigsten Zeiten für die Tiere. Verantwortungsvolle und rechtzeitige Hilfe hilft ihnen, die härteste Zeit des Jahres zu überstehen.

 

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