Während Polen die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe vorübergehend gesenkt hat, plant Litauen dies nicht, wird jedoch Vorschläge zur Verbrauchsteuer unterbreiten

Asociatyvi nuotr.

Während Polen den Mehrwertsteuersatz (MwSt.) für Kraftstoffe vorübergehend gesenkt hat, plant Litauen ein solches Vorgehen nicht, wie das Energieministerium gegenüber der Nachrichtenagentur ELTA erklärte. Stattdessen wird vorgeschlagen, die Möglichkeit einer vorübergehenden Senkung der Verbrauchsteuer auf Dieselkraftstoff im Voraus vorzusehen, falls dessen Durchschnittspreis im Land deutlich ansteigen sollte.

Nach Angaben des Ministeriums werden die Entscheidungen Polens im Hinblick auf ihre möglichen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des litauischen Kraftstoffmarktes und das Risiko bewertet, dass ein Teil der Verkäufe in das Nachbarland verlagert werden könnte. 

Eine direkte Übernahme der polnischen Maßnahmen werde jedoch derzeit nicht in Betracht gezogen.

„Die von Polen ergriffenen Maßnahmen werden in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der regionalen Wettbewerbsfähigkeit bewertet, doch ihre direkte Übernahme in Litauen steht derzeit nicht auf der politischen Agenda“, – teilte das Ministerium gegenüber Elta mit.

Ihren Angaben zufolge wird auch nicht vorgeschlagen, einen zulässigen Höchstpreis für Kraftstoff im Einzelhandel festzulegen; eine solche Maßnahme wird nicht in Betracht gezogen.

Stattdessen schlägt das Ministerium vor, im Verbrauchsteuergesetz einen Mechanismus festzuschreiben, der es ermöglichen würde, die Verbrauchsteuer vorübergehend zu senken, sollte eine außergewöhnliche und ausreichend lange andauernde Situation auf dem Kraftstoffmarkt eintreten.

Eines der möglichen Kriterien für die Aktivierung eines solchen Mechanismus ist der zuvor bekannt gegebene Durchschnittspreis für Diesel von 2,20 Euro pro Liter.

Nach Einschätzung der Litauischen Energieagentur (LEA) wäre es gerechtfertigt, die Verbrauchsteuer vorübergehend zu senken, sobald der durchschnittliche Diesel-Einzelhandelspreis diese Schwelle erreicht oder überschreitet und dieses Preisniveau mindestens fünf Werktage in Folge anhält.

„Es ist wichtig zu betonen, dass die Schwelle von 2,20 Euro derzeit keine gesetzlich verankerte automatische Bedingung ist, weshalb ihr Erreichen allein noch keine Senkung der Verbrauchsteuer auslöst“, erklärte das Ministerium.

Das Ministerium schlägt vor, im Gesetz nicht nur das Preiskriterium festzulegen, sondern auch die Höhe der reduzierten Verbrauchsteuer bzw. die Grundsätze für deren Berechnung, die maximale Anwendungsdauer der Maßnahme sowie die Bedingungen für deren Beendigung. 

Die Entscheidung über die konkrete Senkung des Steuersatzes und deren Anwendungszeitraum würde von der Regierung getroffen.

Endgültige Berechnungen zu den Auswirkungen einer solchen Maßnahme auf den Staatshaushalt liegen bislang noch nicht vor – sie würden von der Höhe der Verbrauchsteuersenkung, ihrer Geltungsdauer und der Menge des verkauften Dieselkraftstoffs abhängen.

Das Ministerium erklärt, dass der Dieselpreis an einigen Tankstellen bereits nahe an die 2,20-Euro-Marke herangerückt ist, der Landesdurchschnitt diese jedoch noch nicht erreicht hat.

In Polen gilt der um 8 Prozent gesenkte Mehrwertsteuersatz für Kraftstoffe bis Ende August. Nach Berechnungen der polnischen Regierung dürfte der Kraftstoffpreis durch diese Maßnahme je nach Kraftstoffart um etwa 21–23 Eurocent pro Liter sinken.

Nach Angaben des polnischen Finanzministeriums wird allein die Rückerstattung der Mehrwertsteuererleichterung für die letzten beiden Augustwochen den Staatshaushalt rund 115 Millionen Euro kosten.

Zuvor hatte Finanzminister Taurimas Valys erklärt, dass die Einführung einer solchen Ermäßigung für Litauen äußerst kostspielig wäre, deshalb, so sagte er, solle zur Eindämmung der Kraftstoffpreise zunächst auf nichtsteuerliche Maßnahmen zurückgegriffen werden.

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