Das USDA erhöht die Prognose für die Milchproduktion in den USA, senkt jedoch die Exportprognosen
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat im September seine Prognosen für die Milchproduktion des Landes in den Jahren 2026 und 2027 nach oben korrigiert. Das höhere Angebot dürfte sowohl auf einen größeren Bestand an Milchkühen als auch auf eine höhere Milchleistung pro Kuh zurückzuführen sein; gleichzeitig senkte das USDA jedoch die Prognosen für die Exporte bestimmter Milchprodukte sowie für die Preise von Käse und Butter.
Die Produktionsprognose wurde um 0,6 Mrd. Pfund angehoben
In der am 11. September veröffentlichten Prognose zu Angebot und Nachfrage in der weltweiten Landwirtschaft (WASDE) prognostiziert das USDA für 2026 eine US-Milchproduktion von 237,2 Mrd. Pfund (ca. 107,6 Mio. t). Im August waren noch 236,6 Mrd. Pfund prognostiziert worden. Die Prognose für 2027 wurde ebenfalls um 0,6 Mrd. Pfund angehoben – von 238,0 auf 238,6 Mrd. Pfund (ca. 108,2 Mio. t).
Im Vergleich zu 2025, als die USA 231,7 Mrd. Pfund Milch produzierten, bedeutet die aktuelle USDA-Prognose ein Produktionswachstum von etwa 2,4 Prozent im Jahr 2026 und ein weiteres Wachstum von etwa 0,6 Prozent im Jahr 2027.
Das Wachstum wird sowohl durch den Milchkuhbestand als auch durch die Produktivität gestützt
Das USDA gibt an, dass die Prognose vom September unter Berücksichtigung der neuesten Daten zur Milchproduktion nach oben korrigiert wurde. Für die Jahre 2026 und 2027 wurden sowohl die Annahmen zur durchschnittlichen Anzahl der gemolkenen Kühe als auch zur Milchleistung pro Kuh nach oben korrigiert.
Dies ist eine wichtige Änderung der Prognose: Das höhere erwartete Milchangebot in den USA wird nicht mehr ausschließlich mit dem Ausbau des Viehbestands in Verbindung gebracht. Die höhere Gesamtmilchmenge dürfte auch durch Produktivitätssteigerungen gestützt werden.
Ein höheres Angebot bedeutet nicht zwangsläufig höhere Exporte
Parallel zur höheren Produktionsprognose hat das USDA die Erwartungen für den Export kommerzieller Milchprodukte in den Jahren 2026 und 2027 nach unten korrigiert. Umgerechnet auf Milchfett wurde die Prognose vor allem aufgrund der erwarteten geringeren Käse- und Butterexporte nach unten korrigiert. Gemessen am Magermilch-Trockenmasse-Äquivalent wird die Exportprognose aufgrund geringerer Liefermengen an Molke und Magermilchpulver nach unten korrigiert.
Die Korrektur der Exportprognose für 2027, bezogen auf Milchfett, fällt deutlicher aus: Im August prognostizierte das USDA 21,3 Mrd. Pfund, im September hingegen 20,3 Mrd. Pfund Milchäquivalent. Gleichzeitig wurde die Prognose für den Inlandsverbrauch angehoben.
Die Preisprognosen für Käse und Butter werden nach unten korrigiert
Das USDA hat zudem die Preisprognosen für Käse und Butter gesenkt. Der durchschnittliche Käsepreis für 2026 wurde in der September-Prognose von 1,575 auf 1,570 US-Dollar pro Pfund gesenkt, der Butterpreis – von 1,645 auf 1,595 US-Dollar pro Pfund. Für 2027 fallen die Korrekturen stärker aus: Die Prognose für Käse wurde von 1,665 auf 1,645 US-Dollar und die für Butter – von 1,705 auf 1,625 US-Dollar pro Pfund gesenkt.
Die Preisentwicklung bei Magermilchpulver verläuft entgegengesetzt – die Prognose wurde sowohl für 2026 als auch für 2027 angehoben. Aufgrund der unterschiedlichen Preisentwicklungen bei den einzelnen Produkten wurde die Prognose für den Gesamtmilchankaufspreis (All Milk Price) im Jahr 2026 sogar leicht angehoben – von 19,85 auf 19,90 US-Dollar pro 100 Pfund. Für 2027 bleibt sie unverändert bei 19,80 US-Dollar pro 100 Pfund.
Ein Signal für den globalen Milchmarkt
Die USA gehören zu den weltweit größten Milchproduzenten und sind ein bedeutender Exporteur von Milchprodukten, weshalb das steigende Angebot des Landes für das Gleichgewicht auf dem Weltmarkt von Bedeutung ist. Die USDA-Prognose vom September zeigt jedoch gleichzeitig, dass die zusätzliche Milchmenge nicht zwangsläufig automatisch zu höheren Exporten führen wird.
Derzeit handelt es sich um eine Prognose und nicht um das tatsächliche Produktionsergebnis für die Jahre 2026 oder 2027. Für die weitere Marktentwicklung wird es entscheidend sein, ob sich das prognostizierte Wachstum der Herdengröße und der Produktivität fortsetzt und inwieweit das größere US-Milchangebot vom Binnenmarkt und durch den Export aufgefangen wird.