Der Milchpreis hat sich nur symbolisch erholt: Im Laufe eines Jahres ist er um mehr als ein Viertel gesunken
Auf dem litauischen Milchmarkt zeigten sich im August erste Anzeichen einer leichten Erholung – sowohl der Ankaufspreis für Rohmilch als auch die abgenommene Menge stiegen im Vergleich zum Juli leicht an. Im Jahresvergleich sieht die Lage für die Milcherzeuger jedoch weiterhin deutlich düsterer aus: Für Milch wird mehr als ein Viertel weniger gezahlt als vor einem Jahr, und die Zahl der milchvermarktenden Betriebe ist im Laufe des Jahres um fast 1.500 zurückgegangen.
Nach Angaben des vom staatlichen Landwirtschaftlichen Datenzentrums verwalteten Informationssystems zur Milchbuchhaltung (PAIS) lag der durchschnittliche Ankaufspreis für Rohmilch mit natürlichem Fettgehalt in Litauen im August 2026 bei 360,85 Euro pro Tonne ohne Mehrwertsteuer. Der durchschnittliche Fettgehalt der angekauften Milch betrug 4,14 Prozent, der Eiweißgehalt 3,41 Prozent.
Im Vergleich zum Juli stieg der durchschnittliche Ankaufspreis für Rohmilch um 2 Prozent bzw. 7,07 Euro/t. Dieser monatliche Anstieg hat jedoch bislang nichts am gesamtjährigen Bild geändert. Im August 2025 wurden für eine Tonne Milch durchschnittlich 490,52 Euro gezahlt, sodass der Preis im Jahresvergleich um 26,4 Prozent gesunken ist. Mit anderen Worten: Die Differenz beträgt fast 130 Euro pro verkaufter Tonne Milch.
Der durchschnittliche Milchpreis auf Basis der Referenzindikatoren lag im August bei 291,03 Euro/t. Im Monatsvergleich stieg er um lediglich 0,5 Prozent, lag jedoch im Vergleich zum August des Vorjahres um 27,6 Prozent niedriger.
Vor dem Hintergrund des Preisrückgangs fallen die sich verbessernden Qualitätskennzahlen der Milch besonders auf. Der durchschnittliche Fettgehalt lag im August bei 4,14 Prozent und war damit um 0,05 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Der durchschnittliche Eiweißgehalt stieg im gleichen Zeitraum von 3,36 auf 3,41 Prozent. Die besseren Kennzahlen zur Milchzusammensetzung wirkten sich positiv auf die auf Basis der Basiswerte umgerechnete Milchmenge aus – sie belief sich auf 162,8 Tausend Tonnen.
Für die im August angekaufte Milch wurden den Erzeugern des Landes insgesamt 47,4 Mio. Euro gutgeschrieben. Das sind 3,3 Prozent mehr als im Juli, jedoch ganze 28,2 Prozent weniger als im August 2025. Dieser große jährliche Rückgang ist vor allem auf das deutlich niedrigere Niveau der Milchankaufspreise zurückzuführen.
Wie bereits zuvor erhalten die größten Milchlieferanten einen deutlich höheren Preis. Betrieben, die monatlich 40 Tonnen und mehr Rohmilch verkaufen, wurden im August für Naturmilch durchschnittlich 402,90 Euro/t ohne MwSt. gezahlt. Im Juli lag dieser Preis bei 392,91 Euro/t, was einem Anstieg von etwa 2,5 Prozent im Monatsvergleich entspricht. Doch selbst der Preis, den die Großbetriebe erzielten, lag um 24,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Bedeutung dieses Segments auf dem litauischen Milchmarkt ist nach wie vor besonders groß. Betriebe, die monatlich mindestens 40 Tonnen Milch verkaufen, lieferten im August 67,42 Prozent der gesamten im Land angekauften Rohmilch. Das bedeutet, dass bereits mehr als zwei Drittel der Milch von den großen Lieferanten bezogen werden.
Insgesamt haben die litauischen Milchaufkaufunternehmen im August 131,33 Tausend Tonnen Rohmilch angekauft. Im Vergleich zum Juli stieg die Menge um 1,3 Prozent, lag jedoch 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Noch deutlichere Veränderungen zeigen sich bei der Betrachtung der Anzahl der milchverkaufenden Betriebe. Im August verkauften 7.159 Erzeuger Milch an die Aufkäufer – 1,5 Prozent weniger als im Juli und sogar 17,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Innerhalb eines Jahres sind 1.478 Betriebe aus der Statistik der Milchverkäufer verschwunden.
Somit war im August auf dem litauischen Milchmarkt eine leichte monatliche Atempause zu verzeichnen: Sowohl die Ankaufspreise als auch die Milchmengen stiegen leicht an, und auch die Qualitätskennzahlen der Milch verbesserten sich. Der Jahresvergleich zeigt jedoch eine deutlich schwierigere Lage – die Milchpreise liegen nach wie vor um mehr als ein Viertel niedriger, die den Erzeugern gutgeschriebenen Beträge sind noch stärker gesunken, und die Zahl der Betriebe, die Milch verkaufen, geht weiterhin rapide zurück.