Die Esten werden bei der Wildschweinjagd Drohnen einsetzen

Šernas.

Die estnische Regierung hat beschlossen, den Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest mithilfe moderner Technologien zu verstärken. Am 7. Mai dieses Jahres wurde beschlossen, zusätzliche Mittel für Maßnahmen zur Seuchenprävention bereitzustellen – nämlich für die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildkameras für Jäger, wie Agri.ee berichtet.

Diese Maßnahme dient nicht dem direkten Schutz von Schweinezuchtbetrieben. Die Drohnen sollen zur Suche nach Wildschweinen und zur Bestandsregulierung in Gebieten eingesetzt werden, in denen das Risiko einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest am größten ist. Gerade Wildschweine gelten als Hauptreservoir des Virus in der Natur, weshalb ihre Überwachung und eine effektivere Bejagung zu den wichtigsten Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung zählen.

Nach Angaben des estnischen Ministeriums für Regionalentwicklung und Landwirtschaft hat die Regierung für diesen Zweck rund 65.000 Euro bereitgestellt. Mit diesen Mitteln ist die Anschaffung von zehn Wärmebild-Drohnen geplant, deren Wert jeweils etwa 6.000 bis 6.500 Euro beträgt.

Wärmebilddrohnen ermöglichen es, Tiere selbst in dichter Vegetation, bei Einbruch der Dunkelheit oder nachts aufzuspüren. Mithilfe von Wärmebildkameras können sie den Aufenthaltsort von Wildschweinen auf großen Flächen schnell lokalisieren, sodass Jäger wesentlich präziser vorgehen können als mit herkömmlichen Suchmethoden allein.

Diese Technologie ist besonders wichtig dort, wo es notwendig ist, den Wildschweinebestand rund um Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest oder in Gebieten in der Nähe von Schweinezuchtbetrieben schnell zu reduzieren. Je kleiner die Population infizierter Wildschweine ist und je schneller erkrankte oder verendete Tiere entdeckt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus in kommerzielle Betriebe gelangt.

Die zusätzlichen Mittel sind nicht nur für die Anschaffung von Drohnen vorgesehen. Die estnische Regierung hat auch Mittel zur Förderung der Jagd, zur Stärkung der Laborkapazitäten, für Probenuntersuchungen sowie für weitere Maßnahmen zur biologischen Sicherheit vorgesehen. Dies zeigt, dass das Land die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest als komplexe Aufgabe betrachtet, bei der sowohl die Veterinärbehörden als auch die Jäger eine wichtige Rolle spielen.

Die Entscheidung, in Drohnen mit Wärmebildkameras zu investieren, spiegelt einen breiteren Trend in Europa wider. Immer mehr Länder setzen bei der Überwachung von Wildtieren und der Bestandsbewirtschaftung auf unbemannte Fluggeräte, da diese eine schnellere Informationsgewinnung ermöglichen, Jagdausflüge effizienter zu planen und schneller auf die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu reagieren.

Die Afrikanische Schweinepest bleibt eine der größten Bedrohungen für die europäische Schweinehaltung. Da es noch immer keinen wirksamen Impfstoff gibt, bleiben strenge Biosicherheitsmaßnahmen, eine kontinuierliche Überwachung und die Regulierung der Wildschweinpopulation die wichtigsten Maßnahmen. Die Entscheidung Estlands, in Drohnen mit Wärmebildkameras zu investieren, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie moderne Technologien zu einem wichtigen Bestandteil dieses Kampfes werden können.

Žurnalas Medžioklė

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