„Zetor“ schließt eine 80-jährige Produktionsphase ab: Die Traktorenmontage wird von Tschechien nach Asien verlagert
Einer der bekanntesten europäischen Traktorenhersteller – das tschechische Unternehmen „Zetor Tractors“ – hat eine historische Entscheidung getroffen. Nach acht Jahrzehnten wird die Traktorenproduktion im Land eingestellt und die Hauptproduktion nach Asien verlagert. Das Unternehmen begründet dies mit der sinkenden Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller und den deutlich geringeren Produktionskosten in Indien und China.
Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Wandel in der europäischen Landtechnikbranche. „Zetor“, dessen Geschichte im Jahr 1946 begann, galt lange Zeit als eines der Symbole der tschechischen Industrie, und seine Traktoren sind auch den litauischen Landwirten gut bekannt.
Das Unternehmen teilte mit, dass es sich künftig auf die bereits bestehende Produktionspartnerschaft in Indien stützen werde, wo in den letzten Jahren ohnehin bereits der Großteil der „Zetor“-Traktoren montiert wurde. Gleichzeitig sucht das Unternehmen nach einem weiteren Produktionspartner in China.
„Die Produktion von Traktoren mit kleiner und mittlerer Leistung in Europa ist unter den derzeitigen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll“, – erklärte Robert Harman, Geschäftsführer von „Zetor“, in einer offiziellen Unternehmensmitteilung.
Der Hauptgrund – die Kosten
Nach Angaben des Herstellers war der rasante Anstieg der Produktionskosten in Europa ausschlaggebend für diese Entscheidung. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Energiepreise in Europa weiterhin deutlich höher sind als in Asien, während Rohstoffe und Komponenten in Indien und China etwa 30–35 Prozent günstiger sind.
Zudem hat ein nicht unerheblicher Teil der Zulieferer bereits zuvor seine Produktion von Europa nach Asien verlagert, wodurch der Import von Komponenten in die Tschechische Republik wirtschaftlich weniger attraktiv geworden ist.
Obwohl die Traktorenmontage verlagert wird, zieht sich „Zetor“ keineswegs vollständig aus Tschechien zurück. Hier wird weiterhin der Hauptsitz des Unternehmens angesiedelt sein, von dem aus die Ersatzteilversorgung, der technische Service, die Logistik, das Marketing und das Vertriebsmanagement organisiert werden.
Die Verlagerung der Produktion wird jedoch auch soziale Folgen haben – das Unternehmen bestätigte, dass 33 Arbeitsplätze im Werk abgebaut werden.
Die Entscheidung von „Zetor“ ist kein Einzelfall. In den letzten Jahren suchen immer mehr europäische Industrieunternehmen nach Möglichkeiten, ihre Produktionskosten zu senken, indem sie einen Teil der Produktion nach Asien verlagern.
Im Bereich der Landtechnik sind dafür nicht nur die Energiepreise ausschlaggebend, sondern auch die globalen Lieferketten, die Konzentration der Komponentenfertigung sowie der zunehmende Wettbewerb durch Hersteller aus Indien und China.
Für litauische Landwirte ist es wichtig zu wissen, dass die Marke selbst nicht vom Markt verschwindet. Das Unternehmen betont, dass der Kundenservice, die Ersatzteilversorgung und der Garantieservice unverändert bleiben und die Produktionspläne für das Jahr 2026 umgesetzt werden.