Für die Heidelbeeranbauer – das schlechteste Jahr der letzten 13 Saisons

Asociatyvi nuotr.

Die Saison für litauische Heidelbeeren kommt langsam in Schwung, doch die lokalen Erzeuger bezeichnen die diesjährige Ernte als eine der magersten des gesamten letzten Jahrzehnts. Trotz der Widrigkeiten der Natur sind die frischen Beeren der lokalen Landwirte bereits in den Handelsketten erhältlich. Ihr Preis ist in diesem Jahr niedriger als im Vorjahr.

Obwohl die Natur den Heidelbeerbauern in diesem Jahr keine Gnade gewährt hat, kostet eine 500-Gramm-Packung frischer litauischer Heidelbeeren die Käufer derzeit einen ganzen Euro weniger als im Vorjahr.

Die in den Niederungen wachsenden Heidelbeersträucher sind erfroren

Mantė Marcinkevičienė, die seit 2015 ihre gesamte Heidelbeerernte an eine Handelskette liefert und erzählt, dass sie zwar bereits seit über 13 Jahren Beeren anbaut und in dieser Zeit die unterschiedlichsten Herausforderungen erlebt hat, die diesjährige Saison jedoch am meisten Geduld erforderte.

„Das ist das schwierigste Jahr seit Beginn unserer Tätigkeit. Schon letztes Jahr war das Jahr wegen der späten Fröste nicht besonders gut, und dieses Jahr könnten wir meiner Meinung nach bis zu 75 Prozent der potenziellen Ernte einbüßen. Etwas hilft dabei, dass unsere Felder ein hügeliges Relief aufweisen. An den höher gelegenen Stellen ist ein Teil der Ernte erhalten geblieben, während die in den Niederungen befindlichen Heidelbeersträucher durch den besonders kalten letzten Winter praktisch vollständig zerstört wurden“                                                                                    

Im vergangenen Jahr erntete M. Marcinkevičienė auf ihrem mehr als 7 Hektar großen Betrieb etwa 12 Tonnen Heidelbeeren. In diesem Jahr sei es ihrer Meinung nach schwer vorherzusagen, ob es gelingen werde, 6 Tonnen zu ernten. Neben den Launen der Natur können auch Krankheiten die Heidelbeerernte stark beeinträchtigen. Die wichtigsten und gefährlichsten davon sind laut der Heidelbeerbäuerin Anthraknose und Graufäule, die die Beeren am stärksten schädigen und die gesamte Ernte vernichten können.

„Die leuchtend blauen, reifen Beeren werden auch gerne von Aasfressern, Krähen, Dohlen und Elstern gefressen. Auch für Füchse und Kaninchen sind Heidelbeeren eine echte Delikatesse. Eine Fläche von sieben Hektar lässt sich unmöglich komplett mit Beton umzäunen, und unter einem einfachen Zaun gelangen diese Tiere mühelos hindurch. Man stopft eine Höhle zu – schon graben sie eine neue. So kommen wir gut miteinander aus“, – lächelt die Heidelbeerbäuerin.

M. Marcinkevičienė erzählt, dass die auf ihrem Hof gepflückten frischen Heidelbeeren in der Regel am zweiten Tag nach der Ernte in den Regalen der Geschäfte landen. Die Beeren werden sorgfältig sortiert, auf eine Temperatur von 2–4 Grad abgekühlt, verpackt und zum Logistikzentrum transportiert.

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