Deutsche Landwirte warnen: Durch die Dürre werden erhebliche Ernteausfälle entstehen
Der Deutsche Bauernverband warnte am Freitag, dass die anhaltende Dürre und die Sommerhitze zu Ernteeinbußen führen werden und in den am stärksten betroffenen Regionen sogar die gesamte Ernte verloren gehen könnte.
Zudem seien aufgrund der ausgetrockneten Wiesen auch die Winterfuttervorräte für das Vieh stark geschrumpft, erklärte der Vorsitzende des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, gegenüber AFP (Joachim Rukwied).
In diesem Sommer waren Südwestdeutschland besonders stark von Hitze und geringen Niederschlägen betroffen, was zu Waldbränden führte, die Ackerflächen austrocknen ließ und den Wasserstand der Flüsse sinken ließ. In einigen südlichen Regionen, in denen es bereits seit mehreren Wochen nicht mehr geregnet hat, „sind Ernteausfälle oder sogar ein vollständiger Ernteverlust sehr wahrscheinlich“, sagte J. Rukwied.
„Wir Landwirte spüren schon seit langem die Auswirkungen des Klimawandels“, sagte J. Rukwiedas. – Die Vegetationsperioden haben sich verschoben, und die Ernte beginnt viel früher als früher. Zudem haben extreme Wetterereignisse stark zugenommen – von langen Dürreperioden bis hin zu starken Regenfällen und Hagel.“
Nach Berechnungen des deutschen Landwirtschaftsgenossenschaftsverbands „Raiffeisen“ könnte die Getreideernte in diesem Jahr um bis zu drei Millionen Tonnen ausfallen, und die Verluste könnten sich auf rund 600 Millionen Euro belaufen.
„Das Jahr 2026 wird als besonders heißes Jahr in die Geschichte eingehen“, – erklärte der Getreidemarktexperte des Verbandes, Guido Seedler, und fügte hinzu, dass diese Verluste „einen schweren Schlag für den Agrarsektor bedeuten werden“.
J. Rukwiedas forderte die Regierung auf, einzugreifen und die Landwirte finanziell zu unterstützen, beispielsweise durch eine Senkung der Verbrauchsteuer auf Dieselkraftstoff für die Landwirtschaft.
Mit Blick auf die Herbstkulturen erklärte er, dass „wir auch hier mit erheblichen Ernteausfällen rechnen müssen“, darunter bei Kartoffeln, Gemüse und Zuckerrüben sowie bei Mais und Soja.
Etwas besser sei die Lage in Norddeutschland, wo es in den letzten Wochen etwas geregnet habe, sagte er, fügte jedoch hinzu, dass die langfristigen Trends dort ebenfalls darauf hindeuten, dass die Ernte „unterdurchschnittlich“ ausfallen werde.