Litauen billigt den EU-Mercosur-Vertrag. Wie geht es weiter und was bedeutet das für die Landwirtschaft?
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich am Freitag für ein Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Block "Mercosur" ausgesprochen. Dies ist ein Schritt in Richtung des größten Freihandelsabkommens zwischen der EU und einem Drittland in der Geschichte. Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen und politischer Debatte ergab die Abstimmung im EU-Rat, dass eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten das Abkommen unterstützt, das eine stärkere Integration der Warenmärkte zwischen der Europäischen Union und Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay vorsieht.
Die Abstimmung zeigte eine klare Trennlinie zwischen den EU-Mitgliedstaaten: Frankreich, Polen, Ungarn, Irland und Österreich stimmten gegen das Abkommen, während Belgien sich der Stimme enthielt und die übrigen 22 Mitgliedstaaten, darunter Litauen, das Abkommen unterstützten. Mit dieser Unterstützung wurde die qualifizierte Mehrheit erreicht, die für den formellen Abschluss des Abkommens und die vorläufige politische Einigung über seine Unterzeichnung erforderlich ist.
>Dieser Beschluss ist ein historischer und geopolitischer Schritt: Die Freihandelszone wird voraussichtlich mehr als 780 Millionen Verbraucher erreichen, und der Handel zwischen der EU und dem Mercosur könnte erheblich zunehmen; die Ausfuhren der EU nach Südamerika belaufen sich auf zweistellige Milliardenbeträge und sind wichtig für die regionale Wirtschaftspartnerschaft.
Das Abkommen wurde jedoch nicht ohne erhebliche Debatten und Anzeichen politischer Spannungen angenommen. In Frankreich und anderen Ländern kam es zu massiven Protesten gegen das Abkommen. Landwirte blockierten Straßen in der Nähe des Eiffelturms und des Arc de Triomphe in Paris, um gegen den möglichen Zustrom von Agrarimporten zu protestieren, der sie bedroht.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, dass sein Land gegen das Abkommen stimmen wird. Auch Ungarn hat sich offiziell gegen das Abkommen ausgesprochen und argumentiert, dass das Handelsabkommen den heimischen Landwirten schaden könnte, da billigere südamerikanische Agrarprodukte auf den europäischen Markt gelangen könnten. Irische Landwirte sind besonders besorgt über das mögliche Eindringen von minderwertigem brasilianischem Rindfleisch und anderen hormonhaltigen Produkten in den EU-Markt.
Die Position Litauens wurde Agrobitei zuvor vom Außenministerium der Republik Litauen dargelegt, das erklärte, dass das Abkommen "im Prinzip vereinbart" sei und dass der derzeitige Landwirtschaftsminister Andrius Palionis dem Ausschuss für europäische Angelegenheiten eine positive Note gegeben habe.
Allerdings haben viele EU-Länder, darunter Deutschland, Spanien und Italien, deutlich die Vorteile des Abkommens hervorgehoben, das den europäischen Erzeugern neue Exportmöglichkeiten eröffnet und die Abhängigkeit der EU von einzelnen Märkten wie China oder den Vereinigten Staaten verringert. Nach Schätzungen von Wirtschafts- und Handelsanalysten könnte die Abschaffung der meisten Zölle die Ausfuhren europäischer Waren in die MERCOSUR-Region um mehrere Milliarden Euro pro Jahr erhöhen, da bis zu 93 % der Zölle auf bestimmte Waren wegfallen.
Es ist wichtig zu wissen, dass dieses Abkommen nicht automatisch in Kraft tritt: Es muss vom Europäischen Parlament ratifiziert werden, wo bereits Pläne für Proteste gegen das Abkommen aufgetaucht sind und weitere Diskussionen oder sogar rechtliche Anfechtungen die endgültige Umsetzung verzögern dürften. Das Ergebnis der Abstimmung auf EU-Ebene signalisiert jedoch ein starkes politisches Mandat für das weitere Vorgehen und bildet die Grundlage für die geplanten Unterzeichnungszeremonien.
Abschließend lässt sich sagen, dass die EU-Abstimmung über das Mercosur-Handelsabkommen die tiefgreifende politische, wirtschaftliche und soziale Debatte unter den EU-Mitgliedern widerspiegelt. Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung globaler Handelsliberalisierung, stellt aber gleichzeitig Herausforderungen an den europäischen Agrarsektor, den Wettbewerb der Unternehmen und das innenpolitische Gleichgewicht, deren Auswirkungen in den EU-Institutionen, den nationalen Parlamenten und der Öffentlichkeit analysiert und diskutiert werden.