Traktorenhersteller reduzieren die Geschwindigkeit, da die Taschen der Landwirte leer sind

Der Weltmarkt für Landmaschinen steht im Jahr 2026 vor einem zyklischen Wendepunkt: Nach mehreren sehr profitablen Saisons, in denen hohe Getreidepreise die Investitionen ankurbelten, befindet sich die Nachfrage in ihrem ersten Jahr des Rückgangs. CNH Industrial, einer der größten Hersteller der Welt, prognostiziert, dass die Nachfrage des Einzelhandels nach Maschinen im Jahr 2026 um etwa 5 % zurückgehen könnte und dass die Rentabilität des Unternehmens unter den Erwartungen der Analysten liegen wird. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, dass es die Produktion drosseln wird, und plant, bei seinen Händlern gelagerte Maschinen zu verkaufen.

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Der Hauptgrund – die finanzielle Situation der Farmen. Das Einkommen der US-Landwirte wird für 2026 auf rund 130 Mrd. € geschätzt, das sind etwa 0,7 % weniger als 2025. Berücksichtigt man die Inflation, ist der Rückgang der realen Rentabilität noch deutlicher. Im Vergleich dazu lag das Einkommen der US-Landwirte im Jahr 2022 bei rund 181 Mrd. €, was einem Rückgang des Nominaleinkommens um mehr als 50 Mrd. € in vier Jahren entspricht.

Die Verkaufsstatistiken für Technik bestätigen diesen Trend. In Nordamerika gingen die Traktorverkäufe im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 % zurück. Die größten Rückgänge wurden in den Segmenten mit mittlerer Leistung verzeichnet, in denen die Getreidebetriebe am meisten investieren. Gleichzeitig stiegen die Verkäufe von Mähdreschern um 68 %, was Analysten jedoch eher auf die Notwendigkeit der Erneuerung einer alternden Flotte als auf eine allgemeine Markterholung zurückführen.

Die Situation auf dem europäischen Markt ist ähnlich. Die Traktorenzulassungen in der EU fielen 2024 auf rund 158.000 Einheiten – der niedrigste Stand seit einem Jahrzehnt. Im Jahr 2023 waren es noch rund 181.000, ein Rückgang von mehr als 12 %.

In vielen Ländern halten sich die Landwirte mit Investitionen zurück, da die Getreidepreise gegenüber ihrem Höchststand von 2022 um 20–35% gefallen sind, während die Kosten für Düngemittel, Energie und Finanzierung hoch geblieben sind.

Auch die Finanzierungsmärkte setzen die Betriebe zusätzlich unter Druck. Die Zinssätze der Europäischen Zentralbank sind in den letzten zwei Jahren von fast Null auf über 4 % gestiegen, was die Leasingzahlungen für neue Maschinen für viele Betriebe um 20–40 % in die Höhe treibt.

Das bedeutet, dass die Investition in einen Traktor oder Mähdrescher heute viel mehr kostet als noch vor ein paar Jahren, auch wenn der Preis der Geräte selbst nicht gestiegen ist.

Analysten rechnen mit einer Erholung des Maschinenmarktes im Jahr 2027, wenn sich die Getreidepreise stabilisieren und die Finanzierungskosten sinken. Bis dahin werden sich die Hersteller auf aggressivere Verkaufsförderungsmaßnahmen für bestehende Maschinen konzentrieren.

Ein Rückgang der weltweiten Nachfrage bedeutet oft höhere Rabatte und flexiblere Finanzierungsbedingungen. Dies signalisiert jedoch auch, dass die Rentabilität des Sektors eine Herausforderung bleibt.

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