Aurelijus Veryga: keine Kühe mehr, kein Dung mehr, wir werden alle Gras essen und uns selbst essen

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So reagierte der Europaabgeordnete Aurelijus Veryga auf den Entwurf des deutschen Klimaschutzprogramms 2030, der die Landwirtschaft zu einem Schlüsselsektor für die Erreichung der Emissionsminderungsziele macht, und wirft noch mehr Fragen auf, warum die Landwirte wieder einmal unfreiwillig zur Speerspitze der Klimaschutzagenda werden.

„Wir nähern uns unaufhaltsam dem Moment, in dem Kühe nicht mehr gemästet werden, die Gülle nicht mehr stinkt und wir alle Gras essen und uns selbst ernähren werden. Es wird niemanden geben, der daran schuld ist. Fortschritt“, – sagte A. Veryga in einem Beitrag auf „Facebook“.

Nach dem Plan der deutschen Regierung will das Land seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 % unter das Niveau von 1990 senken und bis 2045 vollständige Klimaneutralität erreichen.

Zu diesem Zweck ist geplant, den Kauf von Elektrofahrzeugen zu subventionieren und die Infrastruktur auszubauen. Sie sieht auch ungünstige Lösungen in der Landwirtschaft vor, um die Klimaziele zu erreichen.

Eine der umstrittensten Maßnahmen – das sogenannte Methan-Messprogramm für Rinder. Es soll die von Rindern ausgestoßenen Gase analysieren und in Zukunft eine selektive Zucht zur Reduzierung der Methanemissionen fördern. Deutschland sieht in der Viehzucht einen der wichtigsten Sektoren, in dem erhebliche Emissionsminderungen erreicht werden können.

Außerdem ist geplant, die Zulassung neuer Autos mit Verbrennungsmotor bis 2035 zu verbieten, und bis 2040 soll der Anteil von Elektroautos an der gesamten Fahrzeugflotte rund 70 % betragen. Der Staat wird Elektroautos je nach Einkommen und Familiengröße mit bis zu 6.000 € subventionieren, während die Kraftstoffpreise aufgrund höherer CO₂-Steuern steigen sollen.

Der Klimaplan sieht außerdem Investitionen von 10 Milliarden Euro jährlich vor. Im vergangenen Jahr hat Deutschland beispielsweise 59,5 Milliarden Euro für alle Klimaschutzmaßnahmen ausgegeben.

Einige Länder erwägen bereits Methansteuern oder Tierhaltungsbeschränkungen, und die Landwirte befürchten, dass die Klimapolitik zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung werden könnte. Für die litauischen Landwirte ist diese Debatte aus zwei Gründen relevant.

Erstens ist Deutschland einer der wichtigsten agrarpolitischen Entscheidungsträger in der EU und seine Entscheidungen spiegeln sich oft im gesamten europäischen Regelungsumfeld wider. Zweitens: Wenn die Reduzierung der Methanemissionen zu einer der wichtigsten Prioritäten der Klimapolitik wird, könnte dies auch direkte Auswirkungen auf die Viehwirtschaft in den baltischen Staaten haben. Das Gleichgewicht zwischen den Klimazielen und der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft wird daher in den kommenden Jahren zu einer Schlüsselfrage der europäischen Agrarpolitik werden.

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