ILTĖ – Der Detektiv für zinsgünstige Darlehen: Die Förderung wird bereits kurz nach ihrem Start angepasst

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Kaum ist eine Fördermaßnahme in Kraft getreten, werden bereits ihre Bedingungen geändert. Andere werden nach den ersten Anträgen angepasst, wieder andere – erst nach einigen Jahren, wenn sich herausstellt, dass niemand sie in Anspruch nimmt. In den letzten Monaten hat das Landwirtschaftsministerium (ŽŪM) mehrere Änderungen initiiert – die Bedingungen für die ILTĖ-Zinsvergünstigungsdarlehen werden angepasst, der Europäischen Kommission wurden Änderungen am Strategieplan vorgelegt, und die Vorschriften für einige Interventionsmaßnahmen werden präzisiert.

Das Ministerium versichert, dass es sich hierbei um einen natürlichen Prozess handelt, der es ermöglicht, die Maßnahmen an die tatsächlichen Bedürfnisse des Sektors anzupassen. Die Bauernverbände erklären jedoch, dass die Notwendigkeit der Anpassungen an sich kein Problem darstelle. Größere Besorgnis bereitet die Tatsache, dass sie zu einem fast schon ständigen Phänomen werden.

Ministerium: Die Praxis zeigt, was sich nicht im Voraus vorhersehen lässt

Das Landwirtschaftsministerium betont, dass bei der Ausarbeitung von Fördermaßnahmen versucht wird, die Bedürfnisse des Sektors so genau wie möglich einzuschätzen, doch erst bei der Umsetzung zeigt sich, wie sie in der Praxis wirken.

„Die Anpassung bestimmter Bedingungen ist kein Ausnahmefall – es handelt sich um eine gängige Praxis, die sicherstellt, dass öffentliche Mittel so effizient wie möglich eingesetzt werden und die Fördermaßnahmen den tatsächlichen Bedürfnissen des Sektors besser entsprechen“, so das Ministerium.

Als eines der Beispiele nennt es die von der ILTĖ verwalteten zinsgünstigen Darlehen. Nach Angaben des Ministeriums wurde, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Zahl der Anträge und der abgeschlossenen Verträge geringer war als geplant, eine zusätzliche Analyse durchgeführt und Änderungen vorgeschlagen, die die Zugänglichkeit und Attraktivität der Maßnahmen erhöhen sollen.

Das Ministerium betont zudem, dass bei der Ausarbeitung neuer Maßnahmen die Sozialpartner konsultiert, die Erfahrungen aus früheren Ausschreibungen ausgewertet sowie die Empfehlungen der Europäischen Kommission und die Praxis anderer Staaten berücksichtigt werden. Dennoch ist es laut dem Landwirtschaftsministerium selbst bei sorgfältiger Vorbereitung nicht möglich, alle praktischen Aspekte im Voraus zu berücksichtigen.

Landwirte: Wenn Erleichterungen gewährt werden – gut, aber warum wurde ihnen nicht schon früher Gehör geschenkt?

Gedas Špakauskas, Vorsitzender des litauischen Bauernverbands (LŪS), räumt ein, dass nicht alle Anpassungen schlecht sind.

„Wenn die Bedingungen gelockert werden – ist das nicht schlecht. Werden sie hingegen verschärft – wird das zweifellos negativ bewertet. In jedem Fall wünschen sich die Landwirte Stabilität“ – sagt er. Seiner Meinung nach besteht das größte Problem darin, dass ein Teil der Mängel bereits vor Inkrafttreten der Maßnahmen benannt wurde.

„Wenn wir den Strategieplan erstellen, sollten wir dabei so gut wie möglich auf die Landwirte und ihre Anmerkungen eingehen. Wenn man nicht zuhört, werden Maßnahmen auf den Weg gebracht, woraufhin es zu großer Unzufriedenheit kommt und Änderungen anfallen. Wir als Vertreter der Landwirte sagen sofort: Stellt diese oder jene Anforderung nicht, denn das wird nicht funktionieren. „Wir würden uns wünschen, dass man sofort zuhört und es so wenig Änderungen wie möglich gibt“, sagt G. Špakauskas. Er erinnert daran, dass es eine ähnliche Situation bei den Regeln zur Anbaumeldung gab.

„Wir haben vieles sofort angesprochen, doch letztendlich wurden unsere Vorschläge erst nach drei Jahren umgesetzt. Je mehr Änderungen es gibt, desto schwieriger ist es für die Landwirte, sich anzupassen und ihre Tätigkeit zu planen“, – erklärt er.

„Die Landwirtschaft darf kein ständiges Experiment sein“

Eine ähnliche Position vertritt auch Vytenis Grigas, der stellvertretende Vorsitzende der Landwirtschaftskammer (ŽŪR).

„Die Landwirtschaft darf kein ständiges Experiment sein“, – betont er. Laut V. Grigas werden Entscheidungen in der Landwirtschaft nicht nur für ein Jahr getroffen – Investitionen in Technik, Gebäude oder Land werden für fünf, zehn Jahre oder noch längere Zeiträume geplant.

„Wenn wir einen Generationswechsel wollen, müssen wir sicherstellen, dass junge Menschen mindestens 5–10 Jahre im Voraus planen können“, – sagt der stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftsverbands. Seiner Überzeugung nach würde eine stärkere Einbindung der Landwirte bereits bei der Ausarbeitung der Fördermaßnahmen dazu beitragen, den Bedarf an ständigen Anpassungen zu verringern.

„Die besten Lösungen entstehen dann, wenn sie gemeinsam mit denen entwickelt werden, die sie später in der Praxis anwenden werden“, ist V. Grigas überzeugt.

Das größte Risiko – nicht die Korrekturen selbst

Andžej Kulevičius, stellvertretender Vorsitzender des Litauischen Bauernverbands (ŽŪR), betrachtet die Situation unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Seiner Aussage zufolge sehen sich die Landwirte bereits heute mit rasant steigenden Produktionskosten konfrontiert – Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Kraftstoff, Maschinen, Transport- und Getreidetrocknungsdienstleistungen werden teurer, während die Erzeugerpreise im Wesentlichen nicht steigen. In einer solchen Situation, so Kulevičius, sollte die staatliche Politik für möglichst viel Stabilität sorgen.

„Die Landwirte fordern keine Sonderbedingungen, sondern fairen Wettbewerb“, betont A. Kulevičius.

Seiner Einschätzung nach wird es für die Betriebe immer schwieriger, Investitionen zu planen und langfristige Entscheidungen zu treffen, wenn zu den Marktschwankungen und Klimarisiken noch ständig wechselnde Förderregeln hinzukommen.

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