Ein Landwirt in Polen hat frisch verlegten Asphalt aufgerissen. Nun drohen ihm große Schwierigkeiten (VIDEO)
In Polen endete der Konflikt eines Landwirts mit der Gemeinde wegen einer Straße nicht mit einem Protest oder einem Rechtsstreit, sondern mit vom Pflug gezogenen Furchen im frischen Asphalt. In Gliwice fuhr ein 60-jähriger Landwirt mit einem „Ursus“-Traktor in die gerade erst sanierte Rybacka-Straße und pflügte etwa 200 Meter der neuen Fahrbahndecke auf.
Der Landwirt behauptete, die Straße sei über sein Grundstück verlegt worden.
Nun wird dem Mann die Zerstörung von Eigentum in großem Wert vorgeworfen, und die Staatsanwaltschaft hat beim Gericht beantragt, ihn für drei Monate in Untersuchungshaft zu nehmen.
Für ein solches Verbrechen drohen in Polen Freiheitsstrafen von einem bis zu zehn Jahren.
Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag des 7. August. Der Landwirt fuhr mit seinem Traktor der Marke „Ursus“, an den ein Pflug angekuppelt war, auf den frisch aufgetragenen Asphalt und riss damit etwa 200 Meter der Straße auf. Die Polizei nahm den Mann am Tatort fest.
Vor noch größeren Schäden wurde der Landwirt von den Straßenbauarbeitern selbst bewahrt, die mit Baumaschinen dem Traktor den Weg versperrten.
Der vom Landwirt verursachte Schaden wird vorläufig auf etwa 400.000 Zloty oder rund 93.000 Euro geschätzt. Pro zerstörtem Straßenmeter beläuft sich der Schaden vorläufig auf etwa 2.000 Euro. Zudem wurde nicht nur der Asphalt, sondern auch das Fundament der Straßenkonstruktion beschädigt.
Der Landwirt begründete sein Vorgehen damit, dass die Straße ihm gehöre und die Reparaturarbeiten unrechtmäßig durchgeführt worden seien. Die städtische Straßenverwaltung wies diese Behauptungen jedoch kategorisch zurück. Ihr zufolge gehört die gesamte Rybacka-Straße der Stadtverwaltung von Gliwice – es handelt sich nicht um eine Privatstraße, und kein Teil davon gehört dem Landwirt.
In dem Fall kam noch eine weitere unangenehme Tatsache ans Licht: Der beschlagnahmte Traktor verfügte nicht über die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung. Die Polizei brachte ihn auf einen gesicherten Abstellplatz. Der Landwirt war zum Zeitpunkt des Vorfalls nüchtern.
Die Staatsanwaltschaft betrachtet die Situation deutlich strenger als einen einfachen Konflikt um die Nutzung von Land oder einer Straße. Gegen den Mann wurde Anklage wegen der Zerstörung von Eigentum von hohem Wert erhoben, und der Staatsanwalt hat nach Prüfung der Akten beschlossen, beim Gericht eine dreimonatige Untersuchungshaft zu beantragen.
Dieser Vorfall erregte großes Aufsehen, nachdem im Internet ein Video verbreitet wurde, in dem zu sehen ist, wie ein Traktor mit einem Pflug den gerade verlegten Straßenbelag aufreißt. In Gliwice heißt es, dass die Anwohner schon seit mehreren Jahren auf diese Reparatur gewartet hätten, weshalb die vorsätzliche Zerstörung des neuen Belags in der Öffentlichkeit noch größere Empörung ausgelöst habe.
Die Bürgermeisterin von Gliwice, Katarzyna Kuczyńska-Budka, erklärte, dass dieser Mann bereits zuvor öffentliches Eigentum beschädigt habe. Die genauen Umstände der früheren Vorfälle und deren rechtliche Bewertung müssen jedoch noch von den zuständigen Behörden geklärt werden.
Diese Geschichte ist in Polen zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür geworden, wie ein Streit um Grundbesitz oder das Recht zur Durchführung von Arbeiten zu einem sehr kostspieligen Konflikt eskalieren kann.