Ist es unrentabel, zu viele Färsen zu haben? Einblicke in die Reproduktion in den USA und Europa

Asociatyvi nuotr. Gedimino Stanišausko nuotr.

Mindaugas Eidukaitis, Direktor von UAB Agroinfo Direktor, Verkaufsberater

Viele Milchviehbetriebe in Litauen folgen immer noch der alten Regel: "Je mehr Färsen, desto besser". Jüngste Erkenntnisse aus der globalen Analyse des Milchsektors von IFCN zeigen jedoch, dass diese Logik heutzutage oft zu Verlusten führt –. Die globalen Trends sind eindeutig: Sowohl in den USA als auch in der EU gehen die Milchviehbetriebe zu einer gezielten Färsenplanung über, und eine übermäßige Anzahl von Färsen wird zu einer finanziellen Belastung, die die Rentabilität der Betriebe verringert. In diesem Artikel erörtern wir, warum das Überkalben von Färsen heute einer der kostspieligsten Betriebsfehler ist und welche Strategien das IFCN empfiehlt.

1. Die Betriebe schrumpfen, die Produktivität der Herde steigt und die Nachfrage nach Färsen sinkt

Das IFCN zeigt einen wichtigen Trend auf: In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Milchviehbetriebe in der EU von 4,8 Millionen auf 0,8 Millionen gesunken.

Das bedeutet:

  • weniger Betriebe = weniger Bedarf an neuen Färsen,
  • Betriebsgrößen steigen nicht durch den Zukauf neuer Tiere, sondern durch Produktivitätssteigerungen,
  • die Herdenstruktur stabilisiert sich und die Betriebe müssen nur den natürlichen Ersatz gering halten
  • .

Wenn ein Milchviehbetrieb plant, nicht zu überwachen, sondern einfach nur die gleiche Anzahl von Kühen beizubehalten, braucht er nur 25–30% Färsen pro Jahr.

Die meisten Betriebe in Litauen produzieren 40–60% — und das ist kostspielig.

2. Die Erzeugung von Färsen ist einer der teuersten Prozesse in einem landwirtschaftlichen Betrieb

IFCN-Analysen haben deutlich gezeigt, dass die Kosten für die Aufzucht von Färsen weltweit um bis zu 19 % bzw. 20 % gestiegen sind.

Gründe:

  • teureres Futter,
  • höhere Lohnkosten,
  • steigende Kosten für Gebäude und Infrastruktur,
  • Lange Wartungszeit vor der Produktivität.

In Litauen kostet die Aufzucht einer Färse bis zur ersten Laktation zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Wenn ein Betrieb 20 „überzählige“ Färsen hat, bedeutet deren Haltung 30 000–40 000 € an eingefrorenem Kapital. Dies ist eine echte, leicht messbare finanzielle Belastung.

3. Die Erfolgsformel für US-Farmen: weniger Färsen, mehr Planung

Das IFCN hat eine klare Botschaft für die USA: Die Expansion des US-Milchsektors ist heute nicht auf mehr Färsen zurückzuführen, sondern auf eine höhere Produktivität und gemischte Kälbereinkommen.

Die US-Betriebe nutzen erfolgreich:

  • Geschlechtsspezifisches Sperma – um genau die richtige Anzahl von Färsen zu produzieren,
  • Mixing – um sicherzustellen, dass die verbleibenden Kühe hochwertige gemischte Kälber hervorbringen.

Ergebnis:

  • Der Überschuss an Färsen ist verschwunden,
  • die Bandbreiten steigen wie geplant,
  • Die Erlöse aus den Kreuzungskälbern kompensieren den Milchpreisverfall.

Die Erkenntnis des IFCN: Die Einkünfte aus der Kreuzungszucht sind zu einem strategischen Element der wirtschaftlichen Stabilität für US-Betriebe geworden.

4. Zu viele Färsen auf EU-Betrieben = nicht genug Platz für produktive Kühe

Die Situation ist in Europa etwas anders, aber die Logik ist dieselbe: Betriebe haben oft zu viele Färsen und schränken daher die Zahl der produktiven Kühe ein.

Warum ist das schlecht?

  • Färsen produzieren keine Milch, sie verbrauchen nur Futter,
  • Sie beanspruchen Platz im Stall, der für Milchkühe genutzt werden könnte,
  • Investitionen in Färsenställe zahlen sich oft nicht aus,
  • Wenn der Milchpreis fällt, sind Färsen teuer zu halten.

Das IFCN schätzt, dass Färsen eines der teuersten Segmente eines landwirtschaftlichen Betriebs sind und dass ein Überschuss an Färsen die Rentabilität eines ganzen Betriebs um 10-20% verringern kann.

5. Überschüssige Färsen sind meist eher auf Gewohnheit als auf Bedarf zurückzuführen

IFCN betont: Auf vielen Betrieben wird die Anzahl der Färsen eher aus Tradition als aus Bedarf geplant.

Häufige Szenarien:

„Ich werde alle Färsen aufziehen, weil ich sie vielleicht brauche“
„mehr Färsen = Sicherheit“
„wenn es billig ist, behalte ich sie alle“

Aber auf dem modernen Markt funktioniert diese Logik nicht mehr.

Zum Beispiel:

  • Wenn ein Betrieb 100 Kühe hat, braucht er ~28 Färsen pro Jahr,
  • Wenn aber 50 Färsen geboren werden, sind 22 überzählig,
  • Die Kosten für ihre Haltung können 30 – 40 Tausend Euro betragen.

Das ist Geld, das ein Betrieb nur wegen ungenauer Planung verbrennt.

6. IFCN empfiehlt eine neue Philosophie für die Färsenplanung

1. Berechnen Sie den genauen Färsenbedarf entsprechend den Herdenzielen. Wenn die Herde nicht vergrößert wird, wird nur die natürliche Ersatzrate benötigt. Wenn die Herde schrumpft, werden weniger Färsen benötigt. Bei einer Vergrößerung der Herde ist die genaue Zielwachstumsrate zu planen.

2. Verwenden Sie geschlechtsspezifisches Sperma für die besten Kühe. Dadurch wird sichergestellt, dass der Betrieb genau die richtige Anzahl von Färsen hat.

3. Besamen Sie die restlichen Kühe mit Fleischrassen. So entstehen gemischte Kälber, die für zusätzliches Einkommen sorgen.

4. Die Effizienz der Raumnutzung im Stall bewerten. Färsen sind die teuersten Quadratmeter auf einem Betrieb.

5. Berechnen Sie den wirtschaftlichen Wert jeder Färse. Wenn sie nicht für die Herde benötigt wird, ist sie ein Kostenüberschuss.

7. Fazit: weniger Färsen = mehr Gewinn

Die Analyse des IFCN ist eindeutig: Überzählige Färsen sind heute eine der größten Verlustquellen für Milchviehbetriebe. Eine moderne Reproduktionsstrategie muss auf folgenden Punkten basieren:

  • Verwendung von geschlechtsspezifischem Sperma,
  • Mischung,
  • Genaue Herdenplanung,
  • Analyse von Häuten und Schädeln,
  • Optimale Anzahl von Färsen anstelle der traditionellen Gewohnheiten.

Dies ist die Richtung, die die USA und viele EU-Betriebe bereits eingeschlagen haben – und sie verändert die Ökonomie der Milchviehhaltung unwiderruflich.

Pieno ūkis

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