Wer kontrolliert wirklich die Kredite der Landwirte: der Schatten der ILTE hinter dem Rücken der Banken

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Die Nationale Entwicklungsbank ILTE stellt klar, dass die Entscheidungen über Kredite an Landwirte nicht von ihr, sondern von ihren Finanzierungspartnern – Banken und Kreditgenossenschaften getroffen werden. Gleichzeitig legt die Behörde jedoch selbst die Bedingungen fest, unter denen diese Entscheidungen getroffen werden. Dieses duale System wirft die grundsätzliche Frage auf: Wer bestimmt eigentlich, ob ein Landwirt eine Finanzierung erhält?

Die Banken entscheiden – aber nach den ILTE-Regeln

Die ILTE betont in ihren Antworten, dass die Finanzierung über Partner erfolgt und dass sie „nicht in die Bewertung der einzelnen Kreditnehmer involviert ist“.

Mit anderen Worten: Die endgültige Entscheidung über einen Kredit wird von der Bank oder Kreditgenossenschaft getroffen. Gleichzeitig legt die ILTE jedoch selbst die Regeln für die Finanzierung fest: welche Anforderungen an die Kunden gestellt werden, welche Bedingungen für die Kredite gelten und welche Projekte als förderungswürdig gelten. Das bedeutet, dass die Finanzierungspartner zwar formal die Entscheidung treffen, das tatsächliche Entscheidungsumfeld aber von der ILTE geprägt wird.

Ignas Jankauskas, Finanzierungsexperte und Leiter von MB „Skaičiai žemdirbiams“, drückt es noch deutlicher aus – ihm zufolge ist der Einfluss der ILTE auf die Entscheidungen größer als offiziell anerkannt.

„Die Bank oder die Kreditgenossenschaft entscheidet zuerst, aber nicht selten kommt es vor, dass die ILTE einfach zusätzliche Anforderungen stellt“, – sagt er.

Das Problem liegt nach Ansicht des Experten in den unterschiedlichen Bewertungsmodellen: „Es kommt vor, dass das Kreditinstitut die Indikatoren berechnet und sie damit übereinstimmen, aber wenn sie mit denselben Indikatoren zu ILTE gehen, stimmen sie nicht mehr überein.

In solchen Fällen wird der Finanzierungsprozess gestoppt – selbst wenn die Bank bereit war, einen Kredit zu gewähren.

Ein System, bei dem der Landwirt „von Tür zu Tür geht“

Die Einschätzungen von Politikern zeigen, dass dieses System in der Praxis kompliziert und für die Landwirte nicht immer nachvollziehbar ist.

Kęstutis Mažeika, Mitglied des Europäischen Parlaments, bemerkt: „Es ist, als ob ein Landwirt zu einem Amt geht und dann woanders hingeschickt wird. Er geht von Tür zu Tür.

Dieses Verfahren untergräbt seiner Meinung nach das Vertrauen in das System und könnte einer der Gründe sein, warum die Zahl der Anträge begrenzt bleibt.

Auf die Frage, wer eigentlich über die Finanzierung entscheidet, haben die Politiker keine einheitliche Antwort.

Bronis Ropė, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für ländliche Angelegenheiten, sagt: "Beide. Die Finanzierungspartner legen ihre eigenen Bedingungen fest, wenn sie Geld geben, und die ILTE handelt dann ihre eigenen Bedingungen aus."

Gleichzeitig betont ValiusĄžuolas, dass die endgültige Verantwortung immer noch bei der ILTE selbst liegen sollte: „Was auch immer passiert, die ILTE ist für das Endergebnis verantwortlich.“

Diese Konfrontation offenbart ein grundsätzliches Problem: Die Entscheidungskette ist zersplittert und die Verantwortungsbereiche bleiben unklar.

Wer hilft dem Bauern, wenn die Bank „nein“ sagt?

In der Theorie ist die Antwort einfach – in einem solchen Fall sollte eine öffentliche Behörde eingreifen.

„Wenn die Bank ja sagt, ist das genau das, was man braucht, um zu ILTE zu gehen und den Antrag auszufüllen“, – sagt V.Ąžuolas.

Aber die Praxis zeigt, dass dies das schwächste Glied ist. Wenn die Bank ein Projekt nach einer Reihe von Kriterien bewertet und die ILTE nach einer anderen, kann der Landwirt zwischen zwei Systemen stehen: einem, in das er noch passt, und einem anderen, in das er nicht mehr passt. Sogar die Politiker selbst geben zu, dass das System nicht klar genug funktioniert.

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„Wie die Dinge stehen, ist es wie das Sprichwort – es liegt am Ertrinkenden, sich selbst zu retten. Der Bauer bleibt für seine Rettung selbst verantwortlich, weil niemand hinter ihm steht", schließt Mažeika.

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