Chinas Exportbeschränkungen für Stickstoffdünger könnten Lebensmittel weltweit verteuern

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China hat die Ausfuhr von Düngemitteln, insbesondere von stickstoffhaltigen Düngemitteln wie Harnstoff, stark eingeschränkt. Diese Entscheidung könnte erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Nahrungsmittelproduktion und die Preise haben, da China der weltweit größte Produzent von Düngemitteln auf Stickstoffbasis und einer der wichtigsten Lieferanten von Düngemitteln auf dem internationalen Markt ist.

Im Zeitraum 2025-2026 produzierte China rund 76,5 Millionen Tonnen Harnstoff, und seine Düngemittelausfuhren überstiegen im Vorjahr 12 Milliarden Euro. Im Jahr 2026 hat Peking jedoch die Erteilung neuer Ausfuhrgenehmigungen praktisch gestoppt und die Ausfuhrkontrollen noch weiter verschärft. Schätzungen zufolge könnten zwischen 50 und 75 % der chinesischen Düngemittelausfuhren von diesen Beschränkungen betroffen sein, d. h. bis zu 40 Millionen Tonnen der Produktion, die früher auf den Weltmarkt gelangten.

Der Grund für diese Entscheidung ist die Sicherstellung einer ausreichenden Düngemittelversorgung der chinesischen Landwirte und die Stabilisierung der inländischen Lebensmittelpreise. Die chinesischen Behörden beschränken traditionell die Ausfuhr strategischer Agrarrohstoffe, wenn der Inlandsmarkt gefährdet ist, da Düngemittel ein Schlüsselfaktor für die Ernteerträge sind. In einigen Betrieben machen sie bis zu 50 % der Gesamtkosten der Pflanzenproduktion aus, und ihre hohen Kosten schlagen sich schnell auf die Lebensmittelpreise nieder.

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Die Situation wird durch die geopolitische Lage zusätzlich erschwert. Der Konflikt im Nahen Osten und die Unterbrechung des Handels durch die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Düngemittelhandel, haben zu schwerwiegenden Störungen bei der Versorgung und dem Transport von Rohstoffen geführt. Über die Straße von Hormuz wird normalerweise etwa ein Drittel des Düngemittels auf dem Seeweg transportiert, und der Konflikt hat bereits einige Fabriken in der Region gezwungen, den Betrieb einzustellen.

Diese Faktoren haben zu einem raschen Anstieg der weltweiten Düngemittelpreise geführt. Die Preise für Stickstoffdünger sind auf den internationalen Märkten bereits um rund 40 % gestiegen, und in einigen Regionen hat eine Tonne Stickstoffdünger die Marke von 534 € überschritten. Analysten warnen, dass die Preise für Stickstoffdünger noch weiter steigen könnten, wenn sich der Konflikt in die Länge zieht und China seine Exportbeschränkungen länger aufrechterhält; einige Schätzungen gehen von einer Verdoppelung der Preise aus.

Chinesische Düngemittelausfuhren sind für viele große Agrarmärkte von entscheidender Bedeutung. Brasilien, Indonesien und Thailand beziehen rund 20 % ihrer Düngemittelimporte aus China, Malaysia und Neuseeland sogar ein Drittel. In Indien machen die chinesischen Düngemittelimporte rund 16 % aus, so dass sich etwaige Beschränkungen in diesem Land direkt auf die Kosten der Pflanzenproduktion und die Lebensmittelpreise auswirken könnten.

Experten warnen davor, dass ein Mangel an Düngemitteln die weltweiten Erträge von Schlüsselkulturen wie Weizen, Mais und Reis um etwa 2–5 % verringern könnte, was die weltweiten Lebensmittelpreise um 10–30 % erhöhen könnte. Diese Situation ist besonders gefährlich für die Entwicklungsländer, die am meisten von importierten Düngemitteln und Lebensmitteln abhängig sind.

Zur gleichen Zeit bemüht sich China um den Schutz seines Inlandsmarktes und gibt sogar früher als üblich Düngemittel aus seinen strategischen Reserven frei, um ausreichende Mengen für die Frühjahrsaussaat zu gewährleisten und die Preise für die heimischen Landwirte zu stabilisieren. Die Düngerreserven werden nach Angaben der chinesischen Regierung allmählich aufgebraucht, wobei zugesichert wird, dass sie nicht zur Neige gehen werden.

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