Wenn zu viel Fleisch auf dem Markt ist: 30 000 Schweine müssen in der Schweiz entsorgt werden
Der Schweinesektor in der Schweiz hat einen Produktionsüberschuss zu verzeichnen. Das Land plant daher, 30.000 Schweine zu schlachten, deren Fleisch einfach entsorgt werden soll. Nach Angaben des Schweizerischen Schweinezuchtverbandes kommen jede Woche mehr Schweine auf den Markt, als der heimische Markt aufnehmen kann. Jede Woche kommen rund 48 000 Schweine in die Schlachthöfe, während die Marktnachfrage bei rund 44 000 Tieren pro Woche liegt. Das bedeutet, dass es einen wöchentlichen Überschuss von etwa 4.000 bis 6.000 Schweinen gibt.
>Aufgrund dieser Situation plant die Schweizer Schweinebranche, rund 30 000 Ferkel und Mastschweine aus dem Markt zu nehmen. Sie sollen früher als üblich geschlachtet werden, um zu verhindern, dass sie auf den heimischen Markt gelangen. Mit dieser Maßnahme soll das Überangebot reduziert werden.
Schweinefleisch ist in der Schweiz das am meisten konsumierte Fleisch. Der durchschnittliche Konsum von Schweinefleisch liegt hierzulande bei rund 20 kg pro Kopf und Jahr.
Die Überangebotssituation schlägt sich auch in den Preisen nieder. Der Durchschnittspreis für Schlachtschweine ist von rund 4,96 € pro Kilogramm auf rund 3,63 € pro Kilogramm gesunken, was einem Rückgang von rund 27 % entspricht.
Der Sektor schätzt, dass sich die potenziellen wirtschaftlichen Verluste auf rund 220 Millionen Euro pro Jahr belaufen könnten, wenn die Produktionsmengen nicht reduziert würden.
Die Maßnahmen zur Marktstabilisierung sollen von der Branche selbst finanziert werden. Hierfür sind befristete Beiträge vorgesehen: rund 0,73 € pro Kilogramm Lebendgewicht für Ferkel und rund 0,24 € pro Kilogramm Schlachtgewicht für Schlachtschweine.
Neben den kurzfristigen Maßnahmen werden auch Lösungen zur Verringerung der Produktion in Betracht gezogen. Dazu gehören die Streichung von rund 2 000 Zuchtsauenplätzen und eine Reduzierung der Ferkelproduktionskapazitäten.
Die Schweizer Landwirte produzieren derzeit rund 53 000 Schlachtschweine pro Woche, während der Markt rund 44 000 Tiere benötigt.