Litauens kleine Dörfer: 5 Reiseziele konkurrieren um den Titel der globalen Tourismus-Elite

Meteliai. Metelių regioninio parko nuotr.

Fünf litauische Reiseziele wurden ausgewählt, um Litauen beim diesjährigen prestigeträchtigen Wettbewerb der Welttourismusorganisation "Best Tourism Villages" zu vertreten. Dieser Wettbewerb gilt als eine der wichtigsten internationalen Auszeichnungen für den regionalen Tourismus.

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Von den 11 Nominierungen, die von Gemeinden und Tourismusinformationszentren eingereicht wurden, haben Nyuronys (Bezirk Anykščiai), Žagarė (Bezirk Joniškis), Meteliai (Bezirk Lazdijai), Kaltanėnai (Bezirk Švenčionys) und Žeimelis (Bezirk Pakruojis) die letzte Runde des nationalen Auswahlverfahrens erreicht. Zwei von ihnen, Niūronys und Žagarė, nehmen zum wiederholten Mal teil, während die anderen drei sich zum ersten Mal bewerben.

Diese globale Initiative erregt jedes Jahr große Aufmerksamkeit: In den vergangenen Jahren haben sich mehr als 130–170 Orte aus 60–75 Ländern beworben, und nur etwa 30–50 von ihnen werden Preisträger, der Wettbewerb ist also sehr hart.

Bewerben können sich nur Reiseziele mit bis zu 15.000 Einwohnern, die sich nicht nur durch ihre Attraktivität für den Tourismus auszeichnen, sondern auch durch ihre Fähigkeit, wirtschaftliche Entwicklung mit der Erhaltung von Kultur, Traditionen und Natur zu verbinden. Die Bewerbungen werden nach einem Dutzend Kriterien bewertet, die von der Infrastruktur und dem Marketing bis hin zum Engagement in der Gemeinde, zu Nachhaltigkeitslösungen und zur Stärkung der lokalen Identität reichen.

Die in Litauen ausgewählten Standorte spiegeln unterschiedliche Muster regionaler Stärke wider. Niūronys zum Beispiel ist berühmt für sein ethnografisches Erbe und seine starke Verbindung zur traditionellen litauischen Kultur, Žagarė – für sein historisches Stadterbe und seine Eventkultur, während Meteliai sich durch seine einzigartige Natur und seine Schutzgebiete auszeichnet. Kaltanėnai und Žeimelis zeigen eine wachsende Aktivität der Gemeinden und die Fähigkeit, Besucher durch lokale Initiativen und die Entwicklung von Tourismusdienstleistungen anzuziehen. Diese Vielfalt erhöht die Chancen Litauens, auf der internationalen Bühne wahrgenommen zu werden.

Nach Ansicht von Guoda Burokienė, Vizeministerin für Wirtschaft und Innovation, verfügen die litauischen Regionen über ein ausreichendes Potenzial, um mit Reisezielen von Weltrang zu konkurrieren, und dieser Wettbewerb bietet nicht nur einen repräsentativen Wert, sondern auch praktische Vorteile. Die Siegerorte werden Teil eines internationalen Netzwerks von mehr als 180 Dörfern in aller Welt. Dies eröffnet Möglichkeiten zum Austausch bewährter Verfahren, zur Anziehung von Investitionen, zur Steigerung der Touristenströme und zur Stärkung der lokalen Wirtschaft.

Der Tourismussektor in Litauen ist bereits ein bedeutender Wirtschaftszweig, der vor der Pandemie rund 5 % des BIP des Landes erwirtschaftete, und der regionale Tourismus gilt als einer der wichtigsten Bereiche zur Überbrückung der wirtschaftlichen Kluft zwischen Städten und Regionen.

Statistiken zeigen, dass die Zahl der inländischen Touristenankünfte in den letzten Jahren stetig gestiegen ist und dass sich immer mehr Reisende authentischen, weniger bekannten Reisezielen zuwenden. Dies macht solche Wettbewerbe zu einem strategischen Instrument, um das Image Litauens als attraktives, nachhaltiges und kulturell reiches Reiseziel zu stärken.

Die endgültigen Ergebnisse des Wettbewerbs werden im Herbst dieses Jahres bekannt gegeben.

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