Fakt: 173.000 Hektar melioriertes Land gelten derzeit als in schlechtem Zustand

Asociatyvi nuotr. ŽŪDC nuotr.

Nach heftigen Regenfällen bemerken viele Landwirte zunächst nicht die Ernte, sondern das stehende Wasser. Das eigentliche Problem liegt jedoch oft nicht an der Oberfläche – sondern im unterirdischen Entwässerungssystem. Entwässerungsnetze, Sammelgräben, Gräben, Durchlässe und andere hydrotechnische Bauwerke entscheiden darüber, wie schnell die Felder abtrocknen und ob die Arbeiten rechtzeitig beginnen können.

Daher gewinnen nicht nur die Entwässerungsinfrastruktur selbst, sondern auch genaue Daten über ihren Zustand zunehmend an Bedeutung.

In Litauen wurden etwa 2,67 Millionen Hektar Land melioriert – das sind fast 45 Prozent der Landesfläche. Ein solches Ausmaß bedeutet, dass Entscheidungen über die Instandhaltung oder Sanierung der Entwässerungsanlagen nicht allein auf Annahmen beruhen dürfen. Dazu sind zuverlässige Informationen darüber erforderlich, wo sich die Entwässerungsanlagen befinden, in welchem Zustand sie sind und wo die größten Probleme auftreten.

Die Daten werden in 52 litauischen Gemeinden unter Verwendung von orthofotografischen Karten, georeferenzierten Daten, topografischen Plänen, Informationen aus Vor-Ort-Begehungen sowie weiteren räumlichen Daten erfasst und verfeinert.

Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als seien Datenbanken oder digitale Karten nur für Behörden von Bedeutung. In der Praxis bilden sie jedoch die Grundlage für Entscheidungen, die sich unmittelbar auf die Tätigkeit der Landwirte auswirken.

Genaue Daten zur Bodenverbesserung ermöglichen es, problematische, staunasse Gebiete zu identifizieren, die Instandsetzung oder den Umbau von Entwässerungssystemen zu planen, den Investitionsbedarf zu begründen und das Risiko bei Investitionen in die landwirtschaftliche Produktion zu verringern.

Mit anderen Worten: Je genauer die Daten sind, desto seltener müssen Entscheidungen „nach Augenmaß“ getroffen werden.

Litauen gehört zur Zone mit Feuchtigkeitsüberschuss, daher ist die Staunässe eine ständige Herausforderung. Nicht jede Wasseransammlung auf dem Feld bedeutet, dass das Problem durch starken Regen entstanden ist. Oft liegt die Ursache in veralteten oder beschädigten Entwässerungssystemen.

Aktuelle Daten des ŽŪDC zeigen, dass derzeit etwa 173.000 Hektar entwässertes Land als in schlechtem Zustand eingestuft werden. Dies entspricht mehr als 6 Prozent aller entwässerten Flächen. Solche Gebiete erhalten bei der Planung von Infrastrukturmaßnahmen Priorität.

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