Die Einwohner werden dazu aufgerufen, Schnecken zu melden, doch möglicherweise bleibt Hilfe aus: Die 440.000 Euro sind längst verteilt worden
Nachdem das Umweltministerium die Bevölkerung dazu aufgerufen hatte, Fundorte invasiver Schnecken zu melden, und daran erinnert hatte, dass für deren Bekämpfung rund 440.000 Euro bereitgestellt wurden, hatten viele den Eindruck, dass sie nach der Meldung der Schnecken auch praktische Hilfe erwarten könnten. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Mittel bereits vor langer Zeit verteilt wurden und die Meldung eines Fundorts an sich noch nicht bedeutet, dass die Schnecken bekämpft werden.
Die Fördermittel sind bereits verteilt
Die Agentur für Umweltprojektmanagement (APVA) erklärte, dass es sich bei den 440.000 Euro nicht um einen neu zugewiesenen Betrag handelt. Sie wurde bereits im Rahmen der ersten Ausschreibung des gemeinsamen Projekts „Bekämpfung und Kontrolle invasiver Arten“ verteilt, die vom 6. Januar bis zum 1. April dieses Jahres lief.
In diesem Zeitraum gingen 134 Anträge ein, davon 87 von Privatpersonen, 31 von Kommunalverwaltungen und 16 von anderen juristischen Personen.
Somit konnten nicht nur Kommunen oder staatliche Einrichtungen die Fördermittel in Anspruch nehmen. Im Gegenteil – auch die Bevölkerung reichte aktiv Anträge ein.
Nach Angaben der APVA können die Projektträger die Fördermittel nicht nur für die eigentliche Schneckenbekämpfung verwenden, sondern auch für die Erstellung von Plänen zur Bestandsregulierung, für das Mähen, die Pflege von Brutstätten, den Kauf von Fallen, Molluskizide sowie für den Erwerb anderer Mittel. Die Arbeiten müssen vier Jahre in Folge durchgeführt werden, und im fünften Jahr müssen die Projektträger die Pflege des Gebiets aus eigenen Mitteln finanzieren.
Nach der Meldung eines Fundorts kommt nicht automatisch jemand vorbei
Die größte Verwirrung verursachte jedoch nicht die Finanzierung selbst, sondern die Kommunikation des Umweltministeriums.
In der Mitteilung wurden die Einwohner dazu aufgerufen, Fundorte der spanischen Arion-Schnecken zu melden, weshalb ein Teil der Bevölkerung davon ausging, dass dies mit der Möglichkeit verbunden sein könnte, Unterstützung bei der Beseitigung dieser invasiven Schnecken zu erhalten.
Die APVA betont jedoch, dass dies nicht der Fall ist.
„Die Registrierung eines Fundorts bedeutet an sich noch nicht, dass dort Bekämpfungsmaßnahmen organisiert werden. Solche Maßnahmen können nur in Gebieten durchgeführt werden, die in genehmigte Projekte aufgenommen wurden“ – so die Behörde.
Die von den Einwohnern übermittelten Daten dienen in erster Linie dazu, die Ausbreitung invasiver Arten zu beobachten und weitere Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu planen.
Gärtnern fehlte es an Klarheit
Giedrius Markūnas, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der litauischen Gärtnereivereine, sagt, dass die Mitteilung des Ministeriums mehr Fragen als Antworten aufgeworfen habe.
„Seltsam ist diese Aufforderung des Umweltministeriums – den Fundort registrieren und was dann? Kommt dann jemand, um die Pflanzen zu vernichten?“, überlegte er.
Seiner Meinung nach fehlten der Öffentlichkeit klare Informationen darüber, dass die Förderphase bereits abgeschlossen ist.
„Die Förderung war wirklich nicht gering, daher ist es interessant, wo dieses Geld landet und warum diese Förderung nicht einem breiteren Publikum bekannt gemacht wird“, sagte G. Markūnas.
Seiner Aussage zufolge würden, sollten ähnliche Fördermaßnahmen den Einwohnern in Zukunft zur Verfügung stehen, nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Gartenvereine davon Gebrauch machen.
„Man könnte sich sogar im Namen der Gemeinschaft bewerben – sowohl zur Bekämpfung von Schnecken als auch von Sosnowski-Bärenklau. Besonders nützlich wäre dies bei der Pflege vernachlässigter Grundstücke“, – davon ist der Vorsitzende des Verbandes überzeugt.
Es wird einen weiteren Aufruf geben
Laut G. Markūnas reicht die Finanzierung allein nicht aus. Viel wichtiger ist es, dass alle Grundstückseigentümer gegen die invasiven Schnecken vorgehen.
„Wer seine Grundstücke pflegt, das Gras mäht oder Schnecken einsammelt, hat dort auch weniger davon. Es gibt jedoch viele vernachlässigte Grundstücke. Es muss ein gemeinsames Vorgehen aller geben – mehr Verantwortung für unbewirtschaftete Flächen, sonst wird das Problem nicht verschwinden“, erklärte er.
Die APVA bestätigte, dass der Großteil der 6 Millionen Euro, die für die Bekämpfung aller sechs invasiven Arten vorgesehen sind, bereits im Rahmen der ersten Ausschreibung verteilt wurde. Dennoch ist geplant, bis Ende dieses Jahres eine zweite Ausschreibung zur Verwendung der verbleibenden Mittel zu veröffentlichen.
Derzeit bereitet das Umweltministerium Änderungen der Förderbedingungen vor, nach deren Inkrafttreten natürliche und juristische Personen wieder Anträge stellen können. Über die neue Ausschreibung wird die APVA gesondert informieren.