Straßenblockade in Griechenland führt zu wachsender Wut der Landwirte

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Nach dem Scheitern der dritten Verhandlungsrunde mit der Regierung verstärken die griechischen Bauern ihre Proteste gegen Korruption, Mercosur und steigende Kosten.

Die Proteste, die seit dem 30. November andauern, sind über Weihnachten und Neujahr abgeflaut, und nun kündigen die Landwirte neue und noch härtere Blockaden im ganzen Land an.

Nach Gesprächen am Sonntag gaben die protestierenden Landwirte eine Erklärung ab, in der es hieß, die Verschärfung der Form der Proteste sei eine notwendige Reaktion auf den mangelnden politischen Willen der griechischen Regierung, die Probleme des Agrarsektors anzugehen.

Die Proteste finden nach ausländischen Presseberichten derzeit an 62 Orten im ganzen Land statt.

Eine 48-stündige Blockade der wichtigsten Autobahnen wurde angekündigt und soll am Donnerstag, den 8. Januar, beginnen. Die Schließung wichtiger Verkehrswege ist geplant.

Griechische Medien berichteten bereits am Sonntagnachmittag über Verkehrsbehinderungen auf Autobahnen, die nach Athen führen.

Verkehrsbehinderungen und steigende Preise

Die Proteste der Landwirte haben bereits zu schwerwiegenden Störungen in den lokalen Versorgungsketten geführt, vor allem im Güterverkehr zwischen Norden und Süden. Nach griechischen Angaben sind die Transport- und Verteilungskosten um 10–25 % pro Monat gestiegen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich die steigenden Transportkosten in den Warenpreisen in den Geschäften niederschlagen würden.

Marktanalysten berichten noch nicht von leeren Regalen, aber es werden bereits erhebliche Verzögerungen bei der Versorgung der Fabriken mit Rohstoffen und bei der Lieferung von Waren an Einzelhandelsketten beobachtet.

Protest gegen Korruption, „Mercosur“ und steigende Kosten

Der Protest der Landwirte in Griechenland dauert seit dem 30. November an. Sie fordern unter anderem die Auszahlung von EU-Subventionen, die sich nach Angaben der Demonstranten aufgrund der laufenden Ermittlungen wegen möglicher Korruption der Regierung in Athen verzögert haben. Außerdem fordern sie, dass Griechenland seine Unterstützung für das EU-Mercosur-Handelsabkommen mit südamerikanischen Ländern aufgibt.

Die Landwirte protestieren auch gegen steigende Produktionskosten und niedrige Erzeugerpreise, die ihrer Meinung nach den Sektor erdrücken und die Landwirtschaft unrentabel machen. Sie fordern außerdem Mehrwertsteuerbefreiungen und die Aufhebung der Zollfreiheit für Agrarimporte aus Nicht-EU-Ländern.

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