Der Gewinn von „Bayer“ stieg aufgrund der erfolgreichen Geschäftstätigkeit und geringerer Rechtskosten
Der deutsche Agrochemie-Riese „Bayer“ gab am Dienstag bekannt, dass er im zweiten Quartal erneut einen Gewinn erzielt habe. Dazu trugen die erfolgreiche Entwicklung des Agrargeschäfts sowie geringere Rechtskosten bei.
„Bayer“ gab bekannt, dass der Nettogewinn 219 Millionen Euro betrug, verglichen mit einem Verlust von 199 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das operative Ergebnis stieg um rund 30 Prozent im Unternehmensbereich „Crop Science“, der Saatgut, Sojabohnen, Herbizide und Insektizide herstellt, jedoch in den Geschäftsbereichen Pharma und Consumer Health, die beide Arzneimittel herstellen, leicht zurückging.
Nach Angaben von „Bayer“ sind die Sonderaufwendungen, die „vor allem“ mit Prozesskosten zusammenhängen, im Quartal ebenfalls auf 172 Millionen Euro gesunken, verglichen mit 981 Millionen Euro.
Das Unternehmen hat mehr als 10 Mrd. US-Dollar aufgewendet, um Tausende von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit glyphosathaltigen Herbiziden beizulegen, seitdem es 2018 den US-amerikanischen Hersteller von Agrarchemikalien „Monsanto“ übernommen hat, der das beliebte Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ entwickelt hat.
Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen ein. „Bayer“ stützt sich hingegen auf wissenschaftliche Studien sowie Zulassungen durch die Aufsichtsbehörden in den USA und der Europäischen Union als Nachweis dafür, dass dieses Herbizid sicher ist.
Im Juni konnte das Unternehmen vor dem Obersten Gerichtshof der USA erfolgreich nachweisen, dass es vor sogenannten „Warnungsversäumnis“- in US-Bundesstaaten geschützt werden sollte, nachdem die US-Umweltschutzbehörde entschieden hatte, dass „Roundup“ ohne jeglichen Warnhinweis auf dem Etikett verkauft werden darf.
„Bayer“ hofft, diese Angelegenheit mit einem Vergleich in Höhe von 7,25 Mrd. US-Dollar abzuschließen und erklärte, dass ein positives Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA einen möglichen Ausstieg aus dieser Vereinbarung verhindern würde.
„Unsere Risikominimierungsstrategie ist solide, und vor uns liegen noch einige wichtige Meilensteine“, sagte „Bayer“-Vorstandsvorsitzender Bill Anderson am Dienstag.
Unterdessen stieg der Umsatz mit glyphosatbasierten Herbiziden im Quartal um 12,6 Prozent, teilte „Bayer“ mit. Dieses Wachstum wurde insbesondere durch ein starkes Wachstum in Europa, im Nahen Osten und in Afrika vorangetrieben.