Auf den Weltmärkten ist ein erheblicher Preisanstieg für Milchprodukte zu verzeichnen. Was bedeutet das für Litauen?
Die letzte Handelssitzung der Milchhandelsplattform „Global Dairy Trade“ (GDT) am 6. Januar schloss mit einem deutlichen Kursanstieg – der GDT-Gesamtindex stieg um 6,3% auf 1.072 Punkte.
Dies ist außergewöhnlich: Nur wenige Male in den letzten zehn Jahren konnte ein ähnlicher Anstieg verzeichnet werden. Dies deutet nicht nur auf einen kurzfristigen Marktimpuls hin, sondern auch auf eine mögliche Verschiebung des Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage.
In dieser Börsensitzung verteuerten sich alle angebotenen Molkereiprodukte. Magermilchmehl verteuerte sich um 5,4 %, Vollmilchmehl um 7,2 %, Buttermehl um 5,1 % und Butter um 3,8 %. Im Käsesegment fiel der Preisanstieg moderater aus, Cheddar-Käse verteuerte sich um 0,6 %, Buttermilch stieg um 7,4 %, und Laktose wurde während der Sitzung nicht gehandelt.
Im historischen Kontext ist daran zu erinnern, dass der GDT-Index im Mai letzten Jahres den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht hatte. Seitdem ist der Index bis Mitte Dezember kontinuierlich gesunken und hat insgesamt 336 Punkte verloren. In der letzten Börsensitzung konnte er sich zwar um 59 Punkte erholen, aber eine einzige positive Auktion ist kein ausreichendes Signal, um zu sagen, dass die Preise die Talsohle erreicht haben. Objektivere Schlussfolgerungen könnten nach weiteren 3–4 Börsensitzungen erwartet werden, wobei die allgemeine Richtung der Preise zu berücksichtigen ist.
Die GDT-Plattform wird von der neuseeländischen Genossenschaft „Fonterra“ betrieben, so dass die Preisentwicklung in der Region Ozeanien Europa in der Regel nach 1,5–2 Monaten erreicht. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich die globalen und regionalen Märkte nicht immer in die gleiche Richtung bewegen. Die Trends auf den Milchmärkten in Westeuropa, den baltischen Staaten und Polen können insbesondere kurzfristig voneinander abweichen.
Allerdings wirken sich langfristige Veränderungen auf dem Weltmarkt in der Regel auch auf die regionalen Ab-Hof-Milchpreise aus. Daher sollte der jüngste Anstieg des GDT-Index als positives Signal für die Milcherzeuger gewertet werden.
Dies ist im litauischen Kontext besonders relevant, da einige Milchkäufer seit Anfang des Jahres ihre Rohmilchankaufspreise für Januar um 1,5–3 Cent pro Kilogramm gesenkt haben. Während die Situation für die landwirtschaftlichen Betriebe kurzfristig schwierig bleibt, könnte eine mögliche Umkehrung der längerfristigen Trends auf den globalen Märkten zu einem günstigeren Preisniveau in der Zukunft führen.