Getreidebauern: Nach dem Regen sind 10 Prozent der Getreidekulturen umknickt, die Ernte wird durchschnittlich ausfallen

Asociatyvi nuotr. VH Lietuva nuotr.

Getreidebauern sagen, dass die Ernte in diesem Jahr voraussichtlich nicht schlechter ausfallen wird als im Vorjahr, obwohl der Regen etwa 10 Prozent der Gerste und anderer Getreidekulturen umgelegt hat.

Dennoch wird befürchtet, dass neue Regenfälle die Situation verschlechtern könnten.

Audrius Vanagas, Vorsitzender des litauischen Getreideanbauerverbandes, sagt, dass starker und anhaltender Regen dazu geführt habe, dass etwa 10 Prozent der Kulturen umknickten.

„Derzeit könnten etwa 10 Prozent der Ernte durch Regen beschädigt und umgelegt sein. Es könnte jedoch zu lokalen Ereignissen wie Hagel kommen, wodurch sich diese Zahlen erheblich ändern könnten“, – sagte er gegenüber BNS.

„Es handelt sich in jedem Fall um einen erheblichen Anteil. Manchmal kann das sogar den gesamten Jahresgewinn kosten“ – fügte der Vorsitzende des Verbandes hinzu.

Ihm zufolge seien vor allem die Felder mit Sommergerste, Erbsen und Winterweizen am stärksten vom Regen betroffen – insbesondere jene Sorten, die zur Lagerung neigen.

„Die Winterweizensorten sind empfindlicher, am stärksten betroffen ist jedoch die Sommergerste. Soweit ich mit Landwirten gesprochen habe, gibt es praktisch keine Fläche, auf der nicht zumindest ein Teil dieser Gerste umgelegt wäre““, sagte A. Vanagas.

Seinen Angaben zufolge ist die Situation auf den Feldern uneinheitlich: „In Nordlitauen und Nordwestlitauen ist die Lage nicht besonders schlecht; es gibt zwar Lagerungen, diese sind jedoch nicht so ausgeprägt, während auf der anderen Seite Litauens die Situation völlig anders ist.“

„Je mehr von der Ernte eingebracht wird, desto geringer ist das Risiko, noch mehr davon zu verlieren“, erklärte der Landwirt.

Der Vertreter der Getreidebauern sagt, dass einige Landwirte bereits mit der Weizenernte begonnen haben, andere die Rapsernte bereits abgeschlossen haben, während wieder andere gerade erst auf die Felder fahren.

Laut A. Vanagas lässt die Qualität der bisher geernteten Ernte darauf schließen, dass sie durchschnittlich ausfallen wird.

„Es gab allerlei Berichte, dass es sogar Ertragsrekorde geben könnte, aber wenn man sich ansieht, wie die Ernte derzeit ausfällt, hört man von solchen Rekorden nichts; eher handelt es sich um eine durchschnittliche Ernte, sagen wir mal, an manchen Stellen unterdurchschnittlich, sowohl bei Raps als auch bei Wintergerste. Auch bei Weizen, der bereits geerntet wurde, handelt es sich um einen ganz normalen Durchschnittsertrag, der keineswegs vom Wetter begünstigt wurde“ " – sagte A. Vanagas.

Seinen Angaben zufolge könnten die Landwirte das Jahr als „normal und durchschnittlich“ bezeichnen, sofern es keine größeren Wetterumschwünge gibt.

Nachdem die Landwirte die ersten geernteten Gerstenlieferungen an die in Litauen tätigen Getreidesilos gebracht haben, prognostiziert das Unternehmen „Linas Agro“, dass die Ernte nicht schlechter ausfallen wird als im letzten Jahr.

Laut Justas Eimontas, dem Leiter des Getreideankaufs des Unternehmens, sind die ersten Anzeichen für die diesjährige Ernte recht positiv.

„Wir hören von den Landwirten wirklich gute Ertragszahlen: von durchschnittlich 5 Tonnen pro Hektar auf weniger fruchtbaren Böden bis zu mehr als 9 Tonnen pro Hektar an ertragreichen Standorten. Zudem ist das Tausendkorngewicht der diesjährigen Wintergerste – ihr wichtigster Indikator – etwas besser als im Vorjahr. Das lässt auf ebenso gute Ergebnisse bei anderen Kulturpflanzen hoffen“, – erklärte J. Eimontas in einer Mitteilung.

Ihm zufolge wird in Litauen eine Ernte von etwa 7,73 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Kulturen erwartet, während diese Zahl im vergangenen Jahr bei 7,65 Millionen Tonnen lag. Es wird prognostiziert, dass die Gesamternte um mehr als 1 Prozent steigen wird.

Dem Getreidemarktexperten zufolge sind die Prognosen für Weizen im Jahr 2026 zwar nicht rekordverdächtig, doch die Qualität dieser Ernte gibt Anlass zu großer Hoffnung. Seinen Angaben zufolge herrschten in diesem Jahr etwas günstigere natürliche Bedingungen, die den Anbau robusterer Pflanzen ermöglicht haben könnten.

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