Warum treten Fuß- und Nagelprobleme häufiger in späteren Laktationsperioden auf?

Pieno ūkio nuotr.

Krankheiten der Füße und Klauen sind eine der Hauptursachen für eine verminderte Leistung der Kühe, eine schlechte Reproduktion und eine verfrühte Zucht. Obwohl klinische Anzeichen in der Regel in der zweiten oder dritten Laktation auftreten, zeigt die Forschung, dass der Ursprung dieser Probleme oft kumulativ ist und viel früher beginnt.

Klauen und Klauenverletzungen – ein kumulativer Prozess

Die meisten Nagelpathologien sind nicht akut. Studien zeigen, dass sich Mikrotraumata an der Hornhautkapsel des Nagels, wiederholte mechanische Belastungen und entzündliche Prozesse in den Tiefenstrukturen des Nagels über Monate oder sogar Jahre entwickeln können, bevor klinische Lahmheiten auftreten. In der wissenschaftlichen Literatur werden Nagelerkrankungen oft als chronisch fortschreitende Erkrankungen beschrieben, die mit jeder Laktation an Schwere zunehmen.

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Zunahme der Körpermasse und Belastung mit dem Alter

Einer der wichtigsten Faktoren, der die höhere Prävalenz von Lahmheiten in späteren Laktationen erklärt, ist die Zunahme des Körpergewichts. Studien zeigen, dass Kühe ihr maximales Körpergewicht in der zweiten und dritten Laktation erreichen, wobei mit steigendem Körpergewicht die mechanische Belastung der Klauen und Gelenke zunimmt und selbst geringe strukturelle Schäden an den Klauen bei höherer Belastung klinisch signifikant werden. Dies erklärt, warum Kühe, die sich in der ersten Laktation ohne offensichtliche Probleme bewegt haben, später zu lahmen beginnen.

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Metabolischer Stress und seine Auswirkungen auf das Hufgewebe

Die Periparturphase und die frühe Laktation sind durch eine negative Energiebilanz, starke hormonelle Veränderungen und eine erhöhte Aktivität von Entzündungsmediatoren gekennzeichnet. Die Forschung zeigt, dass subklinische Azidose und metabolischer Stress einen direkten Einfluss haben auf:

  • die Durchblutung der Nasenschleimhaut,
  • die Keratinbildung,
  • die Qualität des Hornhautgewebes.

Diese Veränderungen verursachen zwar keine unmittelbaren klinischen Anzeichen, können aber langfristig die Nagelstruktur schwächen. In späteren Laktationen, wenn sich die Stoffwechselschwankungen wiederholen, sind diese Auswirkungen kumulativ.

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Anpassung an die Umwelt und Bodeneffekte

Längsschnittstudien zeigen, dass das Haltungssystem der Kuh (Betonböden, Rutschen, Stehzeit), die Intensität der Bewegung und der soziale Wettbewerb eine kumulative Wirkung auf die Gesundheit der Füße und Klauen haben. Mit anderen Worten: Mit jeder Laktation kommt zusätzlicher mechanischer Stress hinzu, anstatt den Prozess von vorne zu beginnen.

Epidemiologische Daten: Prävalenz von Lahmheiten nach Laktation

Groß angelegte epidemiologische Studien zeigen einen klaren Trend: Die geringste Lahmheitsprävalenz wird in der ersten Laktation beobachtet, ein deutlicher Anstieg in der zweiten Laktation und die höchste Prävalenz in der dritten und den folgenden Laktationen. Dies bestätigt, dass Lahmheit kein zufälliges Ereignis ist, sondern das Ergebnis eines langfristigen Prozesses.

Zusammenfassung

Wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder, dass sich Fuß- und Hufprobleme allmählich entwickeln, wobei sich klinische Anzeichen in der Regel dann zeigen, wenn die kumulative Belastung die Geweberesistenz übersteigt, wobei spätere Laktationen der Punkt sind, an dem frühere strukturelle und metabolische Schäden sichtbar werden.

Bei der Beurteilung der Fuß- und Klauengesundheit einer Herde ist es daher wichtig, nicht nur die aktuelle Situation zu betrachten, sondern auch, wie die Kühe in früheren Laktationen gezüchtet, untergebracht und belastet wurden.

Pieno ūkis

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