Estlands größter Käsehersteller E-Piim Tootmine geht in Konkurs
Ein Gericht in Estland hat dem Konkursantrag des größten Käseherstellers des Landes, „E-Piim Tootmine“, stattgegeben und zwei vorläufige Verwalter eingesetzt, berichtet „Verslo žinios“.
„E-Piim Paide“, der Geschäftsführer der Käsefabrik „E-Piim Tootmine“, stellte am 12. Februar einen Insolvenzantrag. Die Insolvenzverwalter hatten bis zum 23. März Zeit. Die Insolvenzverwalter müssen dem Bezirksgericht Tartu am 24. März einen Bericht und eine Stellungnahme zu den Gründen für die Insolvenz des Unternehmens vorlegen.
Den Berichten zufolge erklärte der Geschäftsführer des Werks, Anti Orava, gegenüber dem Wirtschaftsnachrichtenportal Aripaev“, dass die größten Gläubiger des Unternehmens die Banken seien, die Verbindlichkeiten von mehr als 100 Millionen Euro hätten. Dabei handele es sich hauptsächlich um langfristige Darlehen zur Finanzierung von Investitionen.
Zuvor wurde bekannt, dass das Unternehmen Schulden in Höhe von 29 Mio. € im Zusammenhang mit seinen Verpflichtungen gegenüber Milcherzeugern hat.
Nach Angaben des Portals berichtet die Publikation „Eesti Ekspress“, dass sich die Verbindlichkeiten des Unternehmens auf 210 Mio. Euro belaufen.
Die Kredite des Unternehmens in Höhe von fast 70 Millionen Euro wurden von den nationalen Exportkreditagenturen Schwedens, der Niederlande und Estlands garantiert. Die größten Geldgeber von „E-Piim“ sind die niederländische Bank ING, die Europäische Investitionsbank und LHV.
Nach Angaben von Herrn Orava sind alle Vermögenswerte des Unternehmens an Banken verpfändet. Als Hauptgläubiger sind die Banken auch federführend bei der Suche nach potenziellen Investoren.
„E-Piim Tootmine“ ist der größte Käsehersteller in Estland mit einer Kapazität von bis zu 1.000 Tonnen Rohmilch pro Tag. Mehr als 90 % der Produktion werden exportiert.
„Verslo žinios“ berichtet, dass der Umsatz des Unternehmens im Jahr 2024 152,7 Millionen Euro betrug.