Bulldozer: Das Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur tritt vorläufig in Kraft

Protesto akimirka Briuselyje.

Die Europäische Union (EU) und der südamerikanische Block Mercosur (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) bilden ab Freitag eine riesige neue Freihandelszone. Ein entsprechendes Abkommen trat um Mitternacht vorläufig in Kraft und schafft nach Angaben der Europäischen Kommission einen Markt mit rund 720 Millionen Menschen. Es zielt darauf ab, den Austausch von Waren und Dienstleistungen durch den schrittweisen Abbau von Handelsschranken und Zöllen zu fördern.

Mit dem Abkommen wird eine der größten Freihandelszonen der Welt geschaffen. Auf die EU und den Mercosur entfallen 30 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Das Abkommen begünstigt europäische Exporte von Autos, Wein und Käse und erleichtert den Zugang zu Europa für südamerikanisches Rindfleisch, Geflügel, Zucker, Reis, Honig und Sojabohnen.

Das Abkommen ist vorläufig und muss noch vom Gerichtshof der Europäischen Union überprüft werden. Das Europäische Parlament stimmte im Januar dafür, das Abkommen zur Überprüfung an das höchste Gericht der EU zu verweisen. Alle vier Mercosur-Länder haben das Abkommen bereits ratifiziert.

Befürworter des Abkommens wie Deutschland und Spanien sehen es als ein notwendiges Instrument, um Verluste durch US-Zölle auszugleichen und die Abhängigkeit von China bei wichtigen Rohstoffen zu verringern. Die Gegner, allen voran Frankreich, befürchten dagegen einen Anstieg der Einfuhren von billigem Rindfleisch, Zucker und Geflügelfleisch. Dies würde den Druck auf die heimischen Landwirte erhöhen, die wiederholt gegen das Abkommen protestiert haben.

>

Video