Rinderpreise in Deutschland sinken: Landwirte bekommen weniger Geld für Bullen
Die Preise für Jungbullen sind zu Beginn der Woche stark gefallen. Nach Berichten in der deutschen Presse liegen die gezahlten Preise unter dem offiziellen Richtpreis.
Die Landwirte erhalten für Jungbullen deutlich weniger Geld. Der Markt für Jungbullen und höherwertige Färsen zieht an, während die Nachfrage schwach bleibt. Infolgedessen wurde der kombinierte Preis für Jungbullen in allen Kategorien um 15 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht (kg) gesenkt. Der Preis für Färsen höherer Qualität wurde um 10 Cent je kg/SG gesenkt. Der Referenzpreis für ausgemerzte Kühe seltener Rassen bleibt stabil.
Für junge R3-Bullen erhalten die Landwirte rund 6,6 €/kg Schlachtgewicht (SG). Dieser Preis gilt für Fleckvieh und andere Fleischrassen, Tiere in QS-Qualität. Das sind immer noch 10 Cent/kg SG mehr als vor einem Jahr.
Der kombinierte Preis für Färsen der Klasse R3 liegt nach der Senkung bei 6,55 €/kg SG. Der Preis für Schlachtkühe der Klasse O3 bleibt unverändert bei 5,75 €/kg SG (bei 310 kg SG).
Die tatsächlich gezahlten Preise liegen jedoch niedriger, so die Marktexperten der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Die offizielle Notierung ist daher dort nahezu irrelevant. Marktbeobachter sagen auch, dass die Nachfrage nach Fleisch von Jungbullen derzeit deutlich geringer ist als sonst zu dieser Jahreszeit. Dies wird auch auf die Zurückhaltung der Verbraucher wegen der Folgen des Irankrieges zurückgeführt.
Nicht nur aus dem Norden, sondern aus fast allen Regionen Deutschlands wird von schwierigen Verwertungen berichtet.
Agrobite stellt fest, dass der gleiche Trend in Litauen zu beobachten ist: Die Preise sinken ebenfalls. Das liegt daran, dass sich die Exporte verlangsamt haben und die Zahl der Tiere auf dem Markt gestiegen ist. Allerdings ist der Rückgang nicht so stark wie in Deutschland, weil der Markt kleiner ist.
Während in Deutschland der Preis für Jungbullen jetzt bei etwa 6,6 & Euro/kg Schlachtgewicht (Klasse R3) liegt, ist der Preis in Litauen niedriger (oft ~10–20% weniger). Dies ist auf einen kleineren Inlandsmarkt und eine größere Abhängigkeit vom Export zurückzuführen.