EG legt Aktionsplan zum Schutz der Europäer vor der Energiekrise vor
Die Europäische Kommission (EK) hat am Mittwoch einen Aktionsplan zum Schutz der Europäer vor der Energiekrise und zur Beschleunigung des Übergangs zu sauberer lokaler Energie vorgestellt.
Im Bericht der EK heißt es, dass "AccelerateEU" ein Bündel von Maßnahmen ist, um den europäischen Bürgern und der Industrie, insbesondere den schwächsten Gruppen, sofort zu helfen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Europa einen kohärenten Weg zur Energieunabhängigkeit einschlägt.
Seit dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten hat die EU aufgrund der gestiegenen Preise 24 Milliarden Euro zusätzlich für Energieimporte ausgegeben. Die aktuelle geopolitische Lage erinnert uns eindringlich daran, dass wir den Übergang zu sauberer, sicherer und erschwinglicher Energie beschleunigen müssen.
Die AccerateEU-Initiative stellt sowohl kurzfristige als auch strukturelle Maßnahmen mit langfristiger Wirkung vor, um die Abhängigkeit von den volatilen Märkten für fossile Brennstoffe weiter zu verringern und die Widerstandsfähigkeit Europas gegenüber künftigen Risiken auf der Grundlage heimischer sauberer Energie und Elektrifizierung zu erhöhen.„Die Entscheidungen, die wir heute treffen, werden unsere Fähigkeit bestimmen, die Herausforderungen von heute und die Krisen von morgen zu bewältigen. Unsere Strategie "AccelerateEU" wird den europäischen Bürgern und Unternehmen sowohl unmittelbare als auch strukturellere Unterstützung bieten. Wir müssen den Übergang zu sauberer, im eigenen Land erzeugter Energie beschleunigen. Dies wird uns Energieunabhängigkeit und -sicherheit geben, was bedeutet, dass wir geopolitische Stürme besser überstehen können", betonte die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen.
Die Europäische Kommission schlägt die folgenden Maßnahmen vor:Koordinierung ist der Schlüssel.  Die Kommission wird sicherstellen, dass die Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten in voller Abstimmung durchgeführt werden. Dies gilt auch für die Befüllung unterirdischer Gasspeicher, die Anwendung flexibler Befüllungsregeln oder die außerordentliche Freigabe von Ölvorräten. Die Koordinierungsgruppen für Erdöl und Erdgas treten häufig zusammen, um sicherzustellen, dass die Mitgliedstaaten umfassend über die Situation informiert sind. Notfallmaßnahmen und Maßnahmen zur Sicherstellung der Verfügbarkeit von Flugzeugtreibstoff und Diesel, einschließlich der Produktionskapazitäten der Raffinerien, sollten eng koordiniert werden.
Eine neue "Kraftstoff-Beobachtungsstelle" wird eingerichtet. Sie wird die Kraftstoffproduktion, die Importe, die Exporte und die Lagerbestände in der EU überwachen. Auf diese Weise können potenzielle Engpässe schnell erkannt und im Falle einer Notfreigabe von Vorräten gezielte Maßnahmen entwickelt werden, um eine ausgewogene Verteilung von Kraftstoffen aufrechtzuerhalten. Um die Auswirkungen hoher Treibstoffpreise und potenzieller Treibstoffengpässe auf den EU-Luftfahrtsektor abzumildern, wird die Kommission auch Klarheit über die bestehenden Flexibilitätsmaßnahmen im EU-Luftfahrtsystem schaffen.Zielgerichtete, rechtzeitige und befristete Maßnahmen Um die Verbraucher, einschließlich der Industrie, vor Preisspitzen zu schützen, können gezielte Unterstützungsregelungen, Energiegutscheine und Sozialhilferegelungen sowie Ermäßigungen der Stromverbrauchssteuer für sozial schwache Bevölkerungsgruppen vorgesehen werden. Die Kommission wird auch einen befristeten Rahmen für staatliche Beihilfen verabschieden, um den nationalen Regierungen zusätzliche Flexibilität zu geben, einschließlich Notfallmaßnahmen zur Unterstützung der schwächsten Wirtschaftssektoren.
Beschleunigung des Übergangs zu heimischer sauberer Energie, um Öl, Gas und andere fossile Brennstoffe zu ersetzen.
Bis zum Sommer wird die Kommission einen Aktionsplan für die Elektrifizierung vorlegen. Dieser wird ein ehrgeiziges Elektrifizierungsziel und Maßnahmen zur Beseitigung von Hindernissen für die Elektrifizierung in den Bereichen Industrie, Verkehr und Bauwesen enthalten. Eine rasche Umsetzung des Investitionsplans für nachhaltigen Verkehr ist unerlässlich, um die Einführung nachhaltiger Flugkraftstoffe zu beschleunigen.
Verbesserung des Waffensystems Die Elektrifizierung muss durch ein funktionsfähiges Stromnetz ergänzt werden. Erste Schritte – sicherstellen, dass die geltenden Rechtsvorschriften vollständig umgesetzt und die Verhandlungen über das europäische Stromnetzpaket rasch abgeschlossen werden. Der nächste Schritt besteht darin, die bestehende Infrastruktur für erneuerbare Energien optimal zu nutzen. Die rasche Modernisierung von großen Windparks und Anlagen für erneuerbare Energien, einschließlich Offshore-Windparks und Wasserkraftwerken, kann schnell die dringend benötigte zusätzliche Unterstützung bieten. Die Kommission wird auch einen Vorschlag für einen Rechtsakt über Netzentgelte und Besteuerung vorlegen, der unter anderem sicherstellen wird, dass Strom niedriger besteuert wird als fossile Brennstoffe.
Investitionen fördern. Auf EU-Ebene stehen zahlreiche Mittel zur Verfügung, wie etwa die 219 Milliarden Euro aus der Fazilität für Konjunkturbelebung und Krisenbewältigung (ERRF) und den kohäsionspolitischen Fonds. In der aktuellen Krise kommt es auf Schnelligkeit und Wirkung an. Die Kommission wird die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, die verfügbaren EU-Mittel bestmöglich zu nutzen. Mit öffentlichen Mitteln allein lässt sich der enorme Investitionsbedarf für die Energiewende (660 Mrd. EUR pro Jahr bis 2030) jedoch nicht decken. Um private Investitionen zu mobilisieren, hat die Kommission daher im März 2026 die Investitionsstrategie für saubere Energie angenommen. Als Katalysator für die Finanzierung des Privatsektors wird die Kommission einen Investitionsgipfel für saubere Energie mit Vertretern des Finanzdienstleistungssektors, darunter große institutionelle Anleger, Branchenführer, Projektträger und öffentliche Geldgeber, veranstalten.