Getreideüberschuss in Australien: Was nun?
Australiens Getreidesektor macht eine kontrastreiche Zeit durch, mit einem der höchsten Erträge in der Geschichte, aber mit zunehmendem Preisdruck auf dem Markt und sinkender Rentabilität. Obwohl die Produktionsergebnisse gut sind, werden die Zukunftsaussichten für die Landwirte immer schwieriger, berichtet die deutsche Presse.
Rekordernte, aber uneinheitliche Bedingungen
Die australische Wintergetreideernte 2025/26 wird voraussichtlich auf 68,4 Millionen Tonnen steigen, das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte und deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Weizen, Gerste und Raps verzeichneten die größten Zuwächse, während die Sommerkulturen (wie Sorghum und Reis) – zurückgingen.
Obwohl der Anfang der Saison mancherorts trocken war, trugen die anschließenden Regenfälle und die günstigen Wetterbedingungen zu sehr guten Ergebnissen bei. In Westaustralien wurden sogar Rekorderträge erzielt, und auch in Südaustralien und Victoria übertrafen die Erträge trotz eines schwierigen Starts die Erwartungen.
Die Weizenerträge stiegen auf fast 36 Millionen Tonnen, Gerste erreichte ein Rekordniveau und Raps wurde der zweitgrößte aller Zeiten. Der Anstieg ist hauptsächlich auf verbesserte Erträge und größere Anbauflächen zurückzuführen.
Preisdruck und sich verschlechternde Aussichten
Trotz einer Rekordernte herrscht auf dem Markt Pessimismus vor. Das weltweite Getreideangebot ist knapp, was Preiserhöhungen schwierig macht. Die starke Konkurrenz aus Russland, der EU und den USA sowie die rückläufigen Einfuhren aus China üben weiteren Druck auf die australischen Exporteure aus.
Hohe Lagerbestände und neue Ernten schränken den Spielraum für Preiserhöhungen ein und schmälern die Einkommen der Landwirte. Die Bruttomargen werden in der Saison 2026/27 voraussichtlich in allen Bundesstaaten sinken. Hinzu kommen hohe Inputkosten, insbesondere Düngemittelpreise, und die mögliche Stärke des australischen Dollars.
Künftig könnten sich die Landwirte stärker auf stabilere Kulturen wie Gerste konzentrieren, während Raps aufgrund seines höheren Rentabilitätspotenzials trotz der höheren Anfangsinvestitionen attraktiv bleibt.