Wie kann man regnerische Tage im Garten sinnvoll nutzen? Nützliche Arbeiten, die man im Voraus planen sollte
Regenreiche Tage erscheinen vielen Gärtnern wie eine erzwungene Pause, doch sie können zu einer der produktivsten Phasen der gesamten Saison werden. Man muss nur im Voraus wissen, welche Arbeiten am bequemsten und sichersten sind, wenn der Boden feucht ist und es gelegentlich nur leicht nieselt.
Eine solche Planung hilft dabei, die kurze Vegetationsperiode in Litauen besser zu nutzen, Hektik im Frühjahr und Herbst zu vermeiden und die Pflanzen vor Stress und Krankheiten zu schützen. Außerdem bleibt bei einer Verlagerung eines Teils der Arbeiten auf regnerische Tage während der Trockenzeit mehr Zeit, den grünen Garten einfach zu genießen.
Welche Arbeiten sollten am besten auf regnerische Tage verschoben werden?
Zunächst sollte man zwischen Arbeiten unterscheiden, die man besser nicht auf nassem Boden ausführt, und solchen, die bei Regen sogar besser gelingen. Auf schwerem, lehmigem Boden sollte man bei anhaltendem Regen nicht intensiv laufen oder pflügen, da man sonst die Bodenstruktur verdichtet und den Wurzeln die Luft entzieht.
Es gibt jedoch Arbeiten, die gerade dann am bequemsten zu erledigen sind: dazu gehören die Begutachtung junger Bäumchen und Sträucher, das Jäten an Stellen, an denen sich Unkrautwurzeln tief eingegraben haben, sowie das gezielte Düngen mit Langzeitdüngern. Feuchter Boden lässt sich leichter bearbeiten, und die Reaktion der Pflanzen auf zusätzliche Nährstoffe verläuft gleichmäßiger.
Unkrautjäten und Mulchen auf feuchtem Boden
Wenn der Boden durch Regen angefeuchtet ist, lockern sich die Unkrautwurzeln und lassen sich leichter mitsamt dem gesamten Wurzelsystem ausreißen. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach einigen Tagen an derselben Stelle wieder nachwachsen.
Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen und das Beet so wenig wie möglich zu betreten, insbesondere bei schwereren Böden. Es ist besser, Bretter oder alte Ziegel auszulegen und sich darauf zu bewegen, damit sich das Gewicht auf eine größere Fläche verteilt und der Boden weniger verdichtet wird.
Ausgerissene Unkräuter sollten sofort als Mulch verwendet werden, sofern sie keine reifen Samen enthalten. Wenn man eine 5–7 Zentimeter dicke Schicht um Obstbäume oder Beerensträucher ausbringt, bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden erhalten, und es wird für neues Unkraut deutlich schwieriger, durchzubrechen.
Düngen an regnerischen Tagen
Regen trägt dazu bei, den Dünger gleichmäßiger im Wurzelbereich zu verteilen, daher ist dies ein guter Zeitpunkt, um granulierten organischen oder mineralischen Dünger auszubringen. Diese lassen sich bequem um Obstbäume, Beerensträucher und Ziersträucher herum ausbringen, wenn der Boden bereits feucht, aber noch nicht durchnässt ist.
Bei Regen sollte man mit Flüssigdünger vorsichtig düngen, da stärkerer Regen die Nährstoffe in tiefere Schichten spülen kann, die für die Wurzeln nicht erreichbar sind. Für solche Produkte sollte man besser einen Zeitpunkt wählen, an dem kurze und leichte Regenschauer vorhergesagt sind, oder nach dem Regen düngen, wenn der Boden gut durchfeuchtet ist.
Verwenden Sie keine großen Einzeldosen in der Hoffnung, „für das ganze Jahr zu düngen“. Für die Pflanzen ist es vorteilhafter, die Nährstoffversorgung mehrmals mit kleineren Mengen zu ergänzen, als plötzliche Sprünge der Salzkonzentration im Boden zu verursachen.
Wann sollte man bei Regen pflanzen und umpflanzen?
Ein regnerischer Tag eignet sich für viele Pflanzarbeiten, sofern es nicht zu kalt und windig ist. Die Setzlinge sind weniger Stress ausgesetzt, ihre Blätter verbrennen nicht in der Sonne, und der Boden umschließt die Wurzeln auf natürliche Weise, wenn man ihn vorsichtig mit den Handflächen andrückt.
Besonders gut wurzeln an regnerischen Tagen Obstbäume, Beerensträucher und Stauden, deren Wurzelsystem beim Pflanzen nur minimal beschädigt wird. Es ist wichtig, einen Zeitpunkt zu wählen, an dem der Regen mäßig stark ist und sich keine Pfützen um das Pflanzloch bilden, damit die Wurzeln nicht ohne Luft bleiben.
Wenn Sie Setzlinge bei strömendem Regen in den Garten umpflanzen, versuchen Sie, die feuchte Erde so wenig wie möglich aufzurühren, und bereiten Sie die Pflanzlöcher im Voraus vor. So verringern Sie das Risiko der Bodenverdichtung und verkürzen die Zeit, in der die Wurzeln der Luft ausgesetzt sind.
Gewächshaus- und Regenwassersystem
An regnerischen Tagen lässt sich gut überprüfen, wie das Regenwassersammelsystem tatsächlich funktioniert. Man sieht deutlich, wo das Wasser abfließt und ob die Regenrinnen den Wasserfluss direkt auf das Fundament oder den Rand des Gewächshauses leiten, wo sich Pfützen bilden.
Zu diesem Zeitpunkt lässt sich leicht entscheiden, wo zusätzliche Behälter aufgestellt werden sollen und welche Größe diese haben sollten. Im Sommer, während einer Trockenperiode, wird das gesammelte Regenwasser zu einem der wertvollsten Mittel für die Bewässerung empfindlicherer Pflanzen, insbesondere solcher, die in Töpfen und Hängekörben gezüchtet werden.
Im Gewächshaus eignen sich regnerische Tage dazu, die Belüftungsöffnungen, die Dichtheit der Türen und den Zustand der Wege zu überprüfen. Wenn sich auf den Wegen Wasser ansammelt, sollte man über eine Entwässerung oder einen Belag nachdenken, damit es im Inneren nicht zu ständiger Feuchtigkeit kommt, die Pilzkrankheiten begünstigt.
Arbeiten des Gärtners unter dem Dach
Nicht alle nützlichen Gartenarbeiten müssen im Freien erledigt werden. Wenn es stark regnet und man den Boden besser nicht bearbeiten sollte, kann man in aller Ruhe die Fruchtfolge planen, die Notizen der vergangenen Saison durchsehen und die Anordnung der Beete anpassen.
Dies ist auch ein guter Zeitpunkt, um die Gartengeräte zu pflegen und zu schärfen sowie die Bewässerungsschläuche, Anschlüsse und die Funktion der Tropfbewässerungsanlage zu überprüfen. Wenn man diese Dinge an regnerischen Tagen erledigt hat, gibt es in sonnigen Zeiten keine unangenehmen Überraschungen mehr, wenn sich mitten in der Hitze herausstellt, dass der Schlauch undicht ist oder die Sprühdüsen verstopft sind.
Unter dem Dach lassen sich Setzlinge mit längerer Wachstumsphase bequem vorziehen, und man kann die Erdmischungen und Töpfe vorbereiten. Feuchtes Wetter und niedrigere Temperaturen sind oft günstiger für die Keimung von Samen als die sengende Sonne auf der Fensterbank.
Sicherheit und Pflanzenschutz vor Krankheiten
Bei der Arbeit im Regen ist es wichtig, nicht nur auf Komfort, sondern auch auf Sicherheit zu achten. Rutschige Fliesen, Holztreppen und Hänge können gefährlich werden, daher lohnt es sich, Schuhe mit profilierter Sohle zu tragen und plötzliche Bewegungen auf nassen Oberflächen zu vermeiden.
Häufigere Kontrollen der Pflanzen an regnerischen Tagen helfen dabei, Anzeichen von Pilzkrankheiten rechtzeitig zu erkennen: Flecken auf den Blättern, Schimmel auf Beeren oder Früchten, weiche Fäulnisstellen. Wenn man die ersten Symptome bemerkt, ist es einfacher, die befallenen Teile zu entfernen und so zu verhindern, dass sich die Krankheit im gesamten Garten ausbreitet.
Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bei Regen ist nicht sinnvoll, da diese abgewaschen werden und in den Boden sowie in Oberflächengewässer gelangen können. Wenn ein Spritzgang notwendig ist, wählen Sie besser einen trockenen, aber nicht heißen Tag; beschränken Sie sich bei Regen auf hygienische Maßnahmen: Beschneiden, Sammeln und Entsorgen von erkrankten Blättern oder Früchten.
Wenn man die Arbeiten anhand der Wettervorhersagen plant, können regnerische Tage von einem Hindernis zu einem Verbündeten werden. So erhält der Garten eine kontinuierlichere Pflege, und der Gärtner vermeidet einen Arbeitsmarathon an einem kurzen, sonnigen Wochenende.