Finnland lockert die Beschränkungen für den Alkoholverkauf
Das finnische Parlament hat am Dienstag ein Gesetz verabschiedet, das die Beschränkungen für den Alkoholverkauf lockert, darunter die Erlaubnis, sonntags Alkohol zu verkaufen und dessen Lieferung aus Geschäften, Restaurants und Online-Händlern zu bestellen.
Die seit 2023 amtierende rechtsgerichtete Regierung hatte versprochen, den Alkoholverkauf zu vereinfachen, um den Rechtsvorschriften der Europäischen Union zu entsprechen und finnischen Händlern den Verkauf von Alkohol im Ausland zu ermöglichen.
Dieser Gesetzentwurf, der erstmals im Jahr 2024 vorgelegt wurde, war jedoch Gegenstand langwieriger Debatten im Parlament, wobei Kritiker argumentierten, dass eine Lockerung der strengen Alkoholgesetze den Alkoholmissbrauch fördern und die öffentliche Gesundheit gefährden würde.
Am Dienstag stimmten 98 Abgeordnete für das Gesetz, 77 waren dagegen.
Gemäß den finnischen Alkoholgesetzen darf nur das staatliche Monopolunternehmen „Alko“ stark alkoholische Getränke, Wein, Bier oder Apfelwein mit einem Alkoholgehalt von mehr als acht Prozent verkaufen. Eine Ausnahme gilt für lizenzierte Restaurants, sofern die Getränke vor Ort konsumiert werden; Einkaufszentren und andere Geschäfte dürfen hingegen Getränke mit geringem Alkoholgehalt verkaufen.
Nun dürfen „Alko“-Geschäfte jedoch sonntags geöffnet sein, und die Öffnungszeiten werden an jedem Wochentag von 19 Uhr auf 21 Uhr verlängert.
„Alko“ darf zudem Lieferservices anbieten, genau wie Einkaufszentren und Restaurants, wenn auch vorerst nur für Getränke mit einem Alkoholgehalt von weniger als 8 Prozent.
Kunden können nun auch Waren bei Online-Shops bestellen, die in anderen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ansässig sind, obwohl „Alko“ weiterhin das einzige stationäre Geschäft bleibt, das hochprozentige Getränke verkauft.
Der finnische Verband zur Prävention des Missbrauchs psychoaktiver Substanzen (EHYT) hat diese Änderungen verurteilt und sie als „schädlich für die öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft des Landes“ bezeichnet.
„Die Gewinne aus dem Alkoholverkauf fließen ins Ausland ab, während die Schäden und die damit verbundenen Kosten in Finnland verbleiben“, erklärte Juha Mikkonen, Direktor von EHYT.