DSS-Chef: Mehrere russische Unternehmen waren an der Leitung der Achema-Gruppe interessiert
Remigijus Bridikis, Direktor des Staatssicherheitsdienstes (DSS), sagt, dass Personen mit russischen Verbindungen mehr als einmal versucht haben, das litauische Düngemittelunternehmen Achema Group zu übernehmen.
Ihm zufolge haben mehrere mit Russland verbundene Unternehmen Interesse an der Achema Group gezeigt, und es wurden auch Voruntersuchungen eingeleitet.
„Es gibt sicherlich mehr als einen Fall, in dem solche Versuche unternommen wurden. Es gab mehr als ein paar Fälle, in denen russische Unternehmen oder solche, die für russische Zwecke kooperieren, arbeiten oder Interesse zeigen, Interesse an der Achema-Gruppe gezeigt haben", sagte R. Bridikis am Freitag bei der Vorstellung der jährlichen Bewertung der Bedrohungen für die nationale Sicherheit durch die Nachrichtendienste.
„Gegen einige wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, gegen andere wird noch ermittelt. Ich werde das nicht näher erläutern", fügte er hinzu.
Der Chef des Staatssicherheitsdienstes lehnte es ab, sich dazu zu äußern, ob es sich bei diesen mit Russland verbundenen Unternehmen um Arūnas Laurinaitis, einen Minderheitsaktionär der Achema-Gruppe, oder um das Schweizer Energieunternehmen MET Group handeln könnte, das früher versucht hatte, die Gruppe zu übernehmen, aber von den Plänen zurücktrat.
„Wir werden auf Einzelheiten verzichten, es wird sowieso nicht das große Ganze enthüllen“, – sagte R. Bridikis.
Der litauische Geheimdienst hatte am Freitag in einer Bedrohungsanalyse aufgedeckt, dass mit Russland verbundene Unternehmen den Erwerb von Anteilen an einer der größten litauischen Unternehmensgruppen, der Achema Group, in Erwägung ziehen und sich mit Hilfe von Mittelsmännern und Lobbying-Aktivitäten um günstige institutionelle Positionen für ihre Investitionen bemühen.
Wie BNS schrieb, hatte das Schweizer Energieunternehmen „MET Group“ geplant, im Jahr 2024 eine Beteiligung an der Achemos Gruppe“ zu erwerben, gab aber im vergangenen Mai bekannt, dass es den Prozess des Erwerbs einer Mehrheitsbeteiligung abbricht.
Die Medien haben über die Verbindungen der MET Group zum ungarischen Premierminister Viktor Orban und zu umstrittenen russischen Geschäftsleuten berichtet.
Außerdem strebte Laurinaitis, der frühere Präsident und Minderheitsaktionär der Achema Group, ebenfalls eine Mehrheitsbeteiligung an der Gruppe an und reichte eine Klage für das Recht auf den Erwerb vor Gericht ein, zog diese aber im Februar dieses Jahres zurück.
A. Laurinaitis war auch Vizepräsident des Litauischen Industriellenverbands (LCCI) und leitete den Wirtschaftsrat des LCCI für die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit mit Russland.