5% Mehrwertsteuer auf frisches Obst, Gemüse und Beeren werden erneut vorgeschlagen
Eine Gruppe von Abgeordneten schlägt die Wiedereinführung eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 5 % auf frisches Obst, Gemüse und Beeren vor.
Die von den regierenden Demokraten, Nemunas Aušros, den Sozialdemokraten, einer Reihe von Oppositionsabgeordneten der Gemischten Fraktion sowie der Fraktion der Bauern, der Grünen und der Union Christlicher Familien erarbeiteten Änderungen des Mehrwertsteuergesetzes sollen am 1. Januar 2026 in Kraft treten.
Die Änderungsanträge wurden unter anderem vom Präsidenten des Seimas, Saulius Skvernelis, und dem Minister für Wirtschaft und Innovation, Lukas Savickas, unterzeichnet.
Der Umsetzungsplan für die Bestimmungen des Regierungsprogramms sieht einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 9 % auf Bio-Obst, -Beeren und -Gemüse vor, das im Rahmen des nationalen Lebensmittelqualitätssystems zertifiziert wurde.
Die Verfasser der Änderungsanträge erklären, dass die präferenzielle Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse nach den Erfahrungen Lettlands, Polens, Frankreichs und Deutschlands eine gesündere Ernährung, die Entwicklung der lokalen Landwirtschaft und den Abbau des Schattenmarktes fördern kann.
Paul Andriejavas, Vorstandsvorsitzender des litauischen Gemüseverbands, hat gegenüber BNS erklärt, dass der Sektor eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse befürwortet, da dies den Gemüsekonsum anregen, die Anbaufläche vergrößern und mehr Menschen in diesem Sektor beschäftigen würde.
Gleichzeitig warnen einige Ökonomen, dass die Vorteile eines solchen Schrittes nur von kurzer Dauer sind und von den Verbrauchern nicht wahrgenommen werden, da die Preise wieder auf ihr früheres Niveau zurückkehren.
Premierminister Gintautas Paluckas hat erklärt, dass im Haushalt des nächsten Jahres nicht viel Platz für verschiedene Steuererleichterungen ist, während Finanzminister Rimantas Šadžius sagte, dass es überhaupt keinen Platz gibt.
Der vergünstigte Mehrwertsteuersatz für Obst, Gemüse und Beeren wurde bereits mehrfach vorgeschlagen. Im Jahr 2017, als die litauischen Landwirte von schweren Regenfällen schwer getroffen wurden, wurde ein 5%iger Satz für ihre Produkte für drei Jahre bis 2021 vorgeschlagen. Damals schätzte das Finanzministerium, dass der ermäßigte Satz zu Einnahmeverlusten von 135 Mio. EUR für den Haushalt führen würde.
Ein Jahr später wurde die Einführung eines Zollsatzes von 9 % angestrebt. Der damalige Premierminister Skvernelis bezweifelte, dass die Preise sinken würden.
